
Stanley Thornton ist ein faszinierendes Beispiel dafür, dass das Leben nicht immer dem traditionellen Ideal folgen muss. Seine Obsession für Babyspeile begann bereits in der Jugend und hat sich bis ins Erwachsenenleben fortgesetzt. Es ist eine Entscheidung, die vielen als seltsam erscheinen könnte, aber für ihn ist es eine Quelle des Trostes und der Sicherheit.
Die Grundlage für seine kindliche Rückbesinnung liegt in einer schmerzhaften Vergangenheit. Schon im Alter von 13 Jahren begann er, Windeln zu tragen. Diese Entscheidung war jedoch nicht willkürlich, sondern entstand aus einer Notlage. Er litt unter Bettnässen, und die Windeln waren eine praktische Lösung. Diese Problematik entwickelte sich rasch zu einer Quelle emotionalen Trostes.
„Es fühlte sich einfach wieder so kindlich an“, erinnert sich Thornton. Der Rückzug in ein Babyverhalten gab ihm ein Gefühl von Sicherheit, das er so dringend brauchte. Mit der Zeit ging er noch einen Schritt weiter und integrierte eine Flasche und einen Schnuller in sein Leben. Heute beschreibt er seine Schlafstätte als ein für Erwachsene angepasstes „Babybett“, das ihm den Raum für seinen Rückzug bietet.

Online fand Thornton Gleichgesinnte und entdeckte eine Community, in der er nicht alleine ist. In diesem Netzwerk traf er auch „Pam“, seine so genannte „Mommy“, die ihn unterstützt und umsorgt. Für Pam war die Beziehung eine erneute Gelegenheit, sich um jemanden zu kümmern, nachdem sie schwierige Zeiten durchlebt hatte. „Es war mehr als nur ein Spiel“, sagt Thornton über ihre Verbindung.
Das Aufwachsen in einem instabilen Umfeld prägt Thorntons gegenwärtiges Verhalten. Gezeichnet durch kindliche Misshandlungen und familiäre Probleme, erfand er Strategien, um mit seinen traumatischen Erlebnissen umzugehen. In der Therapie wurde ihm geholfen, seine Neigung zum kindlichen Verhalten zu verstehen. Die Psychologen bescheinigen ihm, dass dieses Verhalten ein gesundes Bewältigungsmechanismus sei.
Es gibt einige Vorurteile über das Leben als erwachsener Baby, und viele verbinden es mit einer sexuellen Neigung. Stanley betont, dass es nicht um Sex geht, sondern um Komfort und Geborgenheit. „Es gibt Menschen, die da mehr hineininterpretieren, aber das verderbt die Unschuld“, erklärt er.
Psychologisch betrachtet wird Thorntons Verhalten als parafilisches Infantilismus eingestuft, eine sehr seltene Erscheinung innerhalb der Zwangsstörungen. Laut Studien sind vor allem Männer betroffen, die möglicherweise auch unter weiteren psychischen Erkrankungen leiden. Besondere Beachtung finden Thorntons Ansichten darüber, dass er niemandem schadet.
Sein Leben im Rampenlicht begann, als er in der TLC-Serie „My Crazy Obsession“ auftrat. Trotz der skeptischen Blicke von außen entschied er sich, seiner Wahrheit eine Stimme zu geben. Es war ihm bewusst, dass viele Menschen diese Vorliebe nicht verstehen würden, aber er ist stolz auf das, was er ist.
Thornton zeigt, dass es in der Welt unterschiedliche Wege zum Glück gibt. Während andere in der Hektik des Lebens verloren scheinen, findet er in seiner kindlichen Welt zur Ruhe. In einem Park, während er mit einer Flasche an einem Tisch sitzt, trifft er auf Momente des Friedens.
Für Stanley Thornton ist das Leben als Baby nicht einfach ein Spiel oder eine kurze Flucht vor der Realität, sondern leidenschaftlicher Ausdruck seiner Überlebensstrategien. In dieser Welt, in der er sich geborgen fühlen kann, finden er und viele andere, die ähnliche Wege gehen, ihre innere Zufriedenheit.
Wenn wir darüber nachdenken, wie viel Druck das Erwachsene Leben auf viele von uns ausübt, können wir vielleicht erkennen, dass es manchmal notwendig ist, einen Schritt zurück zu treten und einen Weg zu finden, um die Unschuld der Kindheit wieder aufleben zu lassen. Vielleicht ist das die Botschaft, die uns Stanley Thornton vermittelt: Akzeptiere dich selbst und finde deinen Weg zum Glück, egal wie ungewöhnlich er auch sein mag.
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