Immer mehr Millennials entscheiden sich dazu, länger bei ihren Eltern zu wohnen. Die immens hohen Lebenshaltungskosten, der Druck, erfolgreich zu sein, und die ständige Unsicherheit über die Zukunft zwingen viele in eine finanzielle Abhängigkeit. Diese Realität prägt eine Generation, die mit der Hoffnung aufwuchs, dass harte Arbeit und Bildung automatisch zu Erfolg führen würden.

Für viele Millennials fühlt es sich so an, als wären sie ständig im Rückstand. Der Traum von einem eigenen Haus, einer stabilen Karriere und finanzieller Unabhängigkeit scheint immer unerreichbarer zu werden. Nehmen wir Natalie, eine 35-jährige Frau aus Melbourne. Sie studiert bereits zum dritten Mal und wohnt dennoch bei ihren Eltern, nicht aus freien Stücken, sondern aus Not.
„Ich dachte, wenn ich fleißig arbeite und studiere, bekomme ich alles hin“, erzählt Natalie. „Aber die Realität ist viel komplizierter. Während ich sehe, wie Freunde Häuser kaufen und Familien gründen, frage ich mich, wie ich nächsten Monat über die Runden kommen soll.“ Ihre Erfahrungen sind symptomatisch für eine weit verbreitete Unsicherheit unter Millennials.
Natalie hat bereits zwei Abschlüsse, entschied sich jedoch, eine Ausbildung zur Krankenschwester zu beginnen. Das Problem? Die notwendigen Praktika sind unbezahlt und erfordern viel Zeit und Engagement. Diese Umstände machen es unmöglich, in Vollzeit zu arbeiten und gleichzeitig genug zu verdienen, um unabhängig zu leben.
„Finanzielle Unabhängigkeit fühlt sich wie eine immer größer werdende Hürde an“, sagt sie. „Die Lebenshaltungskosten sind so hoch, dass sogar die grundlegenden Dinge – wie Miete und Lebensmittel – eine enorme Herausforderung darstellen.“ Sie ist nicht allein; laut aktuellen Studien fühlen sich ein Viertel der Millennials durch die Kombination aus beruflichem, familiärem und sozialem Druck überfordert.
Wo frühere Generationen mit einem einzigen Abschluss einen festen Job und ein Haus erwerben konnten, stehen Millennials oft vor der Herausforderung, mehrere Karrierewege zu verfolgen. Der Verlust der Arbeitsplatzsicherheit zwingt viele dazu, neue Richtungen einzuschlagen, was den Aufbau finanzieller Stabilität zusätzlich erschwert.
Die Psychologin Carly Dober von der Australian Association of Psychologists Inc. betont, dass es für die heutige Generation weitaus schwieriger ist, finanziell voranzukommen als für ihre Eltern. „Eines der größten psychologischen Hindernisse für persönliches Wachstum ist Stress, und finanzieller Stress spielt dabei eine immense Rolle“, erklärt sie. „Die Regierung müsste mehr tun, um Millennials die gleichen Chancen zu bieten, die frühere Generationen hatten.“
Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen ist der soziale Druck durch soziale Medien ein weiterer Faktor. Diese Plattformen zeigen oft ein verzerrtes Bild der Realität, in dem es so aussieht, als ob alle anderen erfolgreich sind – außer dir. Das führt dazu, dass sich viele Millennials noch benachteiligter fühlen.
„Du siehst ständig Menschen, die in den Urlaub fahren, Häuser kaufen oder Familien gründen“, sagt Natalie. „Das vermittelt das Gefühl, dass du nicht genug tust, obwohl du hart arbeitest, nur um über die Runden zu kommen.“ Studien zeigen, dass Millennials später heiraten, später Kinder bekommen und weniger schnell ein Haus kaufen als frühere Generationen.
Dies hat nicht nur mit Entscheidungen zu tun, sondern vor allem mit Rahmenbedingungen. Die Immobilienpreise sind astronomisch, unbefristete Verträge sind rar, und die Inflation macht das Sparen auf eine Zukunft fast unmöglich. Was also kann die Lösung sein?
Dober rät, dass Millennials nicht die traditionelle Route des Erfolgs unbeirrt verfolgen sollten. „Ein Haus zu kaufen kann Jahre dauern, also sucht auch nach anderen Wegen, um Erfüllung im Leben zu finden“, empfiehlt sie. „Vielleicht ist Mieten gar nicht so schlimm. Vielleicht gibt es andere Wege, die besser zu dir passen als der Standardweg, den du dir immer vorgestellt hast.“
Das Wichtigste ist, sich nicht in den Vergleich mit anderen zu verlieren. Jeder hat sein eigenes Tempo, und die Welt von heute ist einfach nicht mehr dieselbe wie vor zwanzig oder dreißig Jahren. Das bedeutet nicht, dass Millennials weniger erfolgreich sind; es bedeutet jedoch, dass Erfolg heute anders aussieht als früher.
Die Realität zu akzeptieren und nach vorne zu schauen, ist entscheidend. Die Welt hat sich geändert, und Millennials müssen ihren eigenen Weg finden. Finanzielle Unabhängigkeit kommt vielleicht nicht so schnell, wie erhofft, aber das bedeutet nicht, dass die Zukunft keine Möglichkeiten bietet.
Durch kluge Entscheidungen, weniger Einflussnahme durch soziale Erwartungen und realistische Einschätzungen dessen, was erreichbar ist, können Millennials ihren eigenen Weg gestalten. Und vielleicht ist das die wichtigste Lektion: Es gibt nicht nur einen Weg, um ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen.
Für Millennials kann es manchmal so aussehen, als wären sie in einem Spiel mit unerfüllbaren Regeln gefangen. Wo die vorherige Generation mit einem festen Job und ein wenig Ersparnis ein Haus erwerben konnte, scheint dies für viele nun unerreichbar. Der Druck, alles perfekt zu machen – Karriere, finanzielle Unabhängigkeit und gleichzeitig das Leben zu genießen – führt zu einem ständigen Kampf.
Es ist an der Zeit, mehr Verständnis für die Herausforderungen zu zeigen, mit denen diese Generation konfrontiert ist, und echte Lösungen zu finden. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, ein Umfeld zu schaffen, in dem Millennials blühen können – egal, wie ihr individueller Erfolg aussieht.
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