Warum Ihr Hund nicht in Ihrem Bett schlafen sollte: Ein Blick hinter die Kulissen

Es ist ein vertrautes Bild: Ihr Hund liegt am Fußende des Bettes oder hat sich gar an Sie gekuschelt. Warm, gemütlich und vor allem behaglich. Doch laut dem Hundetrainer Bas de Vries ist es alles andere als eine gute Idee. „Ich verstehe, dass Menschen es tun, aber glauben Sie mir, auf lange Sicht verursacht es mehr Probleme, als Sie denken.“
Bas hat in seiner Karriere bereits unzählige Hunde und ihre Besitzer betreut. Er sieht oft, dass Menschen unbewusst Verhaltensprobleme herbeiführen. „Einen Hund im Bett schlafen zu lassen, mag liebevoll gemeint sein, kann jedoch große Auswirkungen auf die Rangordnung im Haus, Ihren Schlaf und sogar Ihre Gesundheit haben.“
In der Hunde-Welt ist eine klare Hierarchie unerlässlich. „In einer Gruppe hat jeder seinen Platz“, erklärt Bas. Wenn Sie Ihrem Hund erlauben, in Ihrem Bett zu schlafen, sendet das die Botschaft, dass Sie gleichgestellt sind. Das mag harmlos erscheinen, kann aber bedeuten, dass der Hund denkt, er dürfe Sie berufen.“
Ein anschauliches Beispiel ist der Labrador Bo, dessen Besitzer ihn aus dem Bett schicken wollte. „Bo war ein lieber Hund, aber sobald sein Besitzer ihn von dort wegzog, begann er zu knurren. Das lag nicht daran, dass er aggressiv war, sondern weil er das Bett als sein Territorium ansah.“
Diese Situationen entstehen oft unbewusst. „Das Kuscheln im Bett beginnt harmlos, aber schnell wird es problematisch. Der Hund kann Herrchen-Ansprüche entwickeln, knurren, wenn Sie sich bewegen oder sogar dreist vom Bett aus verweigern.“
Einen weiteren Nachteil, den viele Unterbewusst übersehen, ist die ruhelose Nachtruhe. Hunde haben ein anderes Schlafmuster als Menschen. Wo Menschen in tiefe Schlafzyklen übergehen, schlafen Hunde leichter und wachen häufiger auf. „Ihr Hund dreht sich um, schüttelt sich, träumt laut oder bewegt sich mit den Pfoten“, sagt Bas. „Das passiert alles, während Sie versuchen zu schlafen.“
Viele Menschen bemerken nicht einmal, dass der Schlaf gestört wird, fühlen sich aber tagsüber müde. „Wenn Sie ständig gerade aus dem tiefsten Schlaf gerissen werden, schlafen Sie weniger gut ein. Das kann sich auf Ihre Konzentration, Energie und Stimmung auswirken.“
Ein Beispiel aus Bas’ Erfahrung ist Laura, die erst bemerkte, wie sehr es ihren Schlaf beeinträchtigte, als sie ihren Golden Retriever Max vom Bett fernhielt. „Zuerst fühlte es sich gemein an, aber nach ein paar Nächten merkte ich, dass ich viel erholter aufwachte.“
Zusätzlich zu den Verhaltensproblemen und dem gestörten Schlaf ist die Hygiene ein weiteres großes Thema. Hunde laufen draußen umher, wälzen sich im Gras und manchmal auch im Schmutz. „Selbst wenn Ihr Hund sauber aussieht, bringt er Schmutz, Bakterien und Parasiten mit ins Haus“, warnt Bas. „Hunde lecken sich, schnüffeln überall und bringen allerlei mit ins Bett.“
Und das kann schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben. „Hundehaare und Hautschuppen können die Atemwege irritieren“, erklärt Bas weiter. Besonders für Menschen mit Asthma oder Sensibilität gegenüber Staub kann das problematisch werden.
Warum lassen Menschen ihre Hunde trotz dieser Nachteile ins Bett? „Es gibt ein Gefühl von Sicherheit und Trost“, gibt Bas zu. „Ein Hund ist warm, kuschelig und bietet emotionalen Halt.“ Viele Besitzer bitten sich zudem Sorgen, ihr Hund könnte sich ausgeschlossen fühlen. „Aber das ist eine menschliche Denkweise; Hunde benötigen vor allem Klarheit und Struktur.“
Wie gewöhnt man einen Hund ab, im Bett zu schlafen? Für Hunde, die es gewohnt sind, im Bett zu schlafen, ist es nicht immer einfach, diese Gewohnheit abzulegen. „Aber es ist durchaus möglich, wenn Sie konsequent sind“, betont Bas. Ein guter erster Schritt ist es, eine bequeme eigene Schlafstelle für den Hund zu schaffen. „Stellen Sie sicher, dass er einen eigenen Platz hat, am besten im selben Raum, und belohnen Sie ihn, wenn er dort liegt. Seien Sie geduldig.“
Es kann eine Weile dauern, bis ein Hund akzeptiert, dass er nicht mehr im Bett schlafen darf. „Er könnte anfangs jammern oder versuchen, doch zu Ihnen zu kommen. Es ist wichtig, nicht nachzugeben. Jedes Mal, wenn Sie nachgeben, lernt der Hund, dass er, wenn er hartnäckig bleibt, bekommt, was er will.“
Laura musste einige Schwierigkeiten überwinden, als sie Max aus dem Bett halten wollte. „In den ersten Nächten saß er neben meinem Bett und schaute mit diesen traurigen Augen. Aber ich wusste, dass ich durchhalten musste.“
Jetzt hat Max seine eigene Schlafstelle und Laura bemerkt, dass sie tagsüber fitter ist und Max ruhiger wird. „Er scheint sogar entspannter zu sein, jetzt wo er einen klaren eigenen Platz hat.“
Bas ist darauf nicht überrascht. „Klare Regeln machen einen Hund selbstbewusster. Ein Hund muss nicht in Ihrem Bett schlafen, um sich geliebt zu fühlen. Was er braucht, sind Struktur, Führung und ein sicherer Schlafplatz.“
Obwohl es verlockend bleibt, diesen treuen Augen nachzugeben, lohnt es sich langfristig, dem Hund eine eigene Liegestätte zu geben. So haben sowohl Hund als auch Mensch den Schlaf, den sie verdienen.
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