Die Kraft des Wortes „später“: Wie es die Erziehung deines Kindes verändern kann
Jede Familie hat ihre eigene Art, Kinder zu erziehen. Doch das Wort „später“ kann eine ganz besondere Bedeutung haben. Laut Psychologen kann es Eltern helfen, ihren Kindern Werte wie Geduld und Vertrauen zu vermitteln. Doch wie setzt man es richtig ein?

Erinnerst du dich an deine eigene Kindheit? Vielleicht hast du oft den Satz gehört: „Das machen wir später.“ Doch oft kam dieses „später“ nie. Es hinterließ ein Gefühl der Ablehnung und des Ungehörtseins. Möglicherweise hast du dadurch weniger Vertrauen zu deinen Eltern entwickelt oder hattest Schwierigkeiten, deine eigenen Bedürfnisse auszudrücken. So geht es vielen, die in ihrer Kindheit ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Im Jetzt, als eigene Eltern, ist diese Herausforderung oft spürbar. Das Wort „später“ kann unangenehm wirken, doch Psychologin Robin Koslowitz bekräftigt, dass es auch eine große Chance birgt. Richtig eingesetzt, wird „später“ zu einem wertvollen Werkzeug in der Erziehung.
Wie kannst du das Wort „später“ effektiv für die Erziehung nutzen? Entscheidend ist, dass du nur dann „später“ sagst, wenn du diese Zeit auch einhalten kannst. Verwende es nicht nur als Ablenkung. Halte deine Versprechen ein. Wenn dein Kind sieht, dass du zu deinen Worten stehst, lernt es, dir zu vertrauen.
Ein Beispiel könnte folgendermaßen aussehen: Dein Kind fragt nach einem Eis. Antworte mit: „Iss zuerst dein Gemüse, später bekommst du ein Eis.“ So verdeutlichst du, dass es gehört wird und seine Wünsche wichtig sind. Dein Kind wird auf diese Weise ermutigt, Geduld zu üben.
Ein weiteres Beispiel: Wenn dein Kind weint, weil es etwas Ungewöhnliches essen möchte, erwidere: „Wir können kein Pflaster essen. Lass uns später etwas Leckeres suchen.“ Du steuerst mit ruhigem Einfluss seine Emotionen und signalisierst, dass du zur Kompromissfindung bereit bist.
Die Situation, dass du selbst müde bist, ist ein weiterer Moment, um „später“ anzuwenden. Zum Beispiel: „Mama braucht jetzt eine kurze Pause. Später male ich gerne mit dir.“ Hierdurch gibst du dir selbst den nötigen Raum, während du deinem Kind nicht das Gefühl gibst, alleine gelassen zu werden.
Es ist wichtig, bei emotionalen Momenten vorsichtig zu sein. Wenn dein Kind Angst, Traurigkeit oder Einsamkeit empfindet, benötigt es deine volle Aufmerksamkeit und Sicherheit. In solchen Momenten kann „später“ unangemessen sein; statt dessen ist Treue gefragt. Die Bestätigung des Gefühls ist essenziell.

Richtig angewendet, zeigt sich schnell die Kraft dieser einfache Worte. Kinder lernen, mit Enttäuschungen umzugehen. Diese Fähigkeit wirkt sich langfristig positiv auf ihre Selbstkontrolle aus. Studien belegen, dass Kinder, die warten können, später besser in der Lage sind, Verlockungen zu widerstehen und letztendlich erfolgreicher sind.
Außerdem stärkt es die Verbindung zwischen euch. Durch „später“ sagst du nicht nur „nein“, sondern zeigst deinem Kind, dass es wichtig ist. Du signalisiert, dass du lauschst und auf seine Wünsche eingehst. Kinder fühlen sich gehört und wertgeschätzt.
Für Eltern ist dies ebenfalls von Vorteil. Du bist nicht gezwungen, sofort zu reagieren und kannst deine eigenen Grenzen respektieren, ohne das Kind zurückzuweisen. Zu Beginn kann es ungewohnt sein. Vor allem, wenn du selbst oft enttäuscht wurdest, als dir „später“ versprochen wurde, aber die Erfüllung ausblieb.
Denke daran, dass du nun in der Position bist, deinem Kind Sicherheit zu bieten. Du kannst es anders handhaben und „später“ als ein Zeichen deiner Fürsorge nutzen. Es ist ein Ansatz, der nicht nur für deine Kinder, sondern auch für deine eigene Heilung von der Kindheit förderlich sein kann.
Zusammengefasst ist das Wort „später“ mehr als nur ein einfacher Ausdruck. Es kann zur Grundlage einer vertrauensvollen, liebevollen Beziehung zwischen dir und deinem Kind werden. Durch sinnvolles Management von „später“ lehrst du deine Kinder Geduld, Empathie und die Bedeutung von Beziehungen in ihrem Leben. Lass uns also bewusst mit unseren Wörtern umgehen, sie für eine positive Wirkung nutzen und das Band zu unseren Kindern stärken.
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