Ein Kampf ums Geld: Wie Anja und Jeroen ihre Schulden bekämpfen

In einem malerischen Reihenhaus am Rande der Stadt leben Anja und Jeroen mit ihren drei Kindern. Auf den ersten Blick scheint ihr Leben komfortabel zu sein. Mit einem gemeinsamen Einkommen von 6.000 Euro monatlich könnte man annehmen, dass sie gut situiert sind. Doch hinter dieser Fassade lauert eine Realität, die sie jeden Monat in den Würgegriff der Schulden zwingt.
„Man würde denken, dass wir uns keine Sorgen machen müssten“, erzählt Anja, eine 45-jährige Krankenschwester mit jahrzehntelanger Erfahrung im Gesundheitswesen. „Aber die Wahrheit ist, dass wir Monat für Monat kämpfen müssen, um über die Runden zu kommen. Es gab keinen Tag, an dem wir uns keine Gedanken über Geld gemacht hätten.“ Anjas Worte sind eindringlich und realistisch. Sie und Jeroen verdienen ein Einkommen, von dem viele träumen, aber dennoch sehen sie ihr Bankkonto gegen Ende des Monats oft rot.
Wie kann es sein, dass eine Familie mit einem so hohen Einkommen trotzdem in finanziellen Engpässen steckt? Anjas netto Gehalt von 2.800 Euro pro Monat verschwindet schnell in den festen Ausgaben. „Der größte Teil geht für die Hypothek drauf“, erklärt sie. „Wir haben uns bewusst für ein Haus mit guten Schulen und einer ruhigen Nachbarschaft entschieden, aber die monatlichen Hypothekenzahlungen sind hoch.“ Jeroen, der als IT-Spezialist 3.200 Euro monatlich verdient, sieht, wie sein Gehalt ebenfalls schnell schmilzt. „Energiekosten, Versicherungen und alltägliche Ausgaben – alles wird teurer“, sagt er. „Und die Ausgaben für die Kinder kommen noch dazu.“
Das Paar hat drei Kinder, zwei davon leben noch zu Hause, während die älteste Tochter studiert. „Obwohl sie einen Nebenjob hat, unterstützen wir sie mit Studiengebühren und Büchern“, erklärt Jeroen. „Das kostet uns Hunderte von Euro im Monat.“ Neben den regelmäßigen Ausgaben werden Anja und Jeroen oft mit unerwarteten Kosten konfrontiert, die ihr Budget aus dem Gleichgewicht bringen.
„Letztes Jahr benötigte unser Auto eine teure Reparatur“, erinnert sich Anja. „Das waren fast 2.000 Euro, die wir nicht eingeplant hatten. Wir mussten das auf die Kreditkarte setzen, genau wie die neue Waschmaschine, als die alte den Geist aufgab.“ Diese unerwarteten Ausgaben häufen sich und treiben sie immer weiter in die Schulden. „Es ist, als würden wir von einem Loch ins andere springen“, seufzt Jeroen. „Jedes Mal, wenn wir versuchen, etwas zur Seite zu legen, kommt etwas dazwischen und das Geld ist sofort wieder weg.“
Die finanziellen Probleme haben auch ihre Beziehung beeinflusst. „Das Schwierigste ist wohl der Druck, den es auf uns ausübt“, sagt Anja. „Wir versuchen, so gut wie möglich mit Geld umzugehen, aber es fühlt sich an, als würden wir immer zu kurz kommen. Das führt manchmal zu Spannungen zwischen uns.“ Jeroen stimmt zu und fügt hinzu, dass sie auch schon mal eine falsche finanzielle Entscheidung getroffen haben. „Wir haben einmal einen teuren Urlaub auf Kredit gebucht“, gesteht er verlegen.
„Wir dachten, wir hätten es nach all den Jahren harter Arbeit verdient, aber die Rückzahlung drückt immer noch auf unser Budget. Das war einfach nicht klug.“ Trotz der Herausforderungen bleiben die beiden optimistisch. „Wir versuchen jetzt, wirklich strenger zu budgetieren“, sagt Jeroen. „Wir haben alle Abonnements, die wir nicht benötigten, gekündigt, und achten mehr darauf, was wir für Lebensmittel ausgeben.“ Sie haben auch einen Finanzberater kontaktiert, der ihnen hilft, ihre Schulden zu verwalten und einen Plan zur Rückzahlung aufzustellen.
„Es ist manchmal beschämend zuzugeben, dass wir mit einem Einkommen wie dem unseren immer noch in den Schulden sind, aber es ist die Realität“, sagt Anja. „Wir wollen offen darüber sprechen, weil wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind. Viele Menschen stecken in der gleichen Situation und darüber müssen wir reden.“ Anja und Jeroen hoffen, durch das Teilen ihrer Geschichte anderen zu helfen, sich weniger allein in ihrem finanziellen Kampf zu fühlen. „Es ist in Ordnung, zuzugeben, dass es schwierig ist“, schließt Anja mit Nachdruck. „Gemeinsam können wir Wege finden, da herauszukommen.“
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