Plötzliche Angst kann jeden Menschen treffen. Sie kommt oft ohne Vorwarnung. Das Herz rast, der Körper reagiert stark, und die Gedanken verlieren ihre Ruhe. Viele fragen sich dann, was gerade passiert.
Ist es nur eine einzelne Panikattacke oder steckt eine Panikstörung dahinter? Der Unterschied ist wichtig, weil er bestimmt, wie man damit umgeht und wann Hilfe sinnvoll ist.
Dieser Artikel erklärt verständlich und ruhig, was eine Panikattacke ist, was eine Panikstörung bedeutet und was Betroffene in akuten Momenten tun können.

Was passiert bei einer Panikattacke?
Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Welle intensiver Angst oder starker innerer Anspannung. Sie fühlt sich überwältigend an und kann den ganzen Körper erfassen.
Viele Betroffene berichten, dass sie völlig unerwartet beginnt. Manchmal gibt es jedoch Auslöser wie Stress, Menschenmengen oder belastende Situationen.
Eine Panikattacke erreicht meist innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt. Häufig klingt sie nach zehn bis dreißig Minuten ab, auch wenn das Gefühl länger anhalten kann.
Typische körperliche und seelische Reaktionen
Während einer Panikattacke reagiert der Körper so, als bestehe akute Gefahr. Das Nervensystem schaltet in einen Alarmzustand, obwohl keine reale Bedrohung vorhanden ist.
Herzklopfen, Zittern, Schwitzen und Atemnot sind häufige Symptome. Viele verspüren Druck in der Brust oder ein Gefühl von Enge im Hals.
Auch Gedanken spielen eine große Rolle. Menschen haben Angst, die Kontrolle zu verlieren, ohnmächtig zu werden oder verrückt zu werden. Diese Gedanken verstärken die Panik zusätzlich.
Die Wahrnehmung verändert sich
Während einer Attacke kann sich die Umgebung fremd oder unwirklich anfühlen. Manche haben das Gefühl, nicht richtig im eigenen Körper zu sein.
Diese Empfindungen sind sehr beängstigend, aber harmlos. Sie entstehen durch die starke Stressreaktion des Körpers und verschwinden wieder, sobald die Panik nachlässt.
Wichtig ist zu wissen, dass eine Panikattacke nicht gefährlich ist. Sie kann sich bedrohlich anfühlen, führt aber nicht zu körperlichem Schaden.
Wie häufig kommen Panikattacken vor?
Panikattacken sind weiter verbreitet, als viele denken. Mehr als die Hälfte aller Menschen erlebt mindestens einmal im Leben eine solche Episode.
Eine einzelne Panikattacke bedeutet nicht automatisch eine psychische Erkrankung. Oft tritt sie in Phasen hoher Belastung auf und verschwindet wieder von selbst.
Erst wenn Panikattacken häufiger auftreten oder das Leben stark beeinflussen, sollte genauer hingeschaut werden.
Was hilft während einer Panikattacke?
In einer akuten Panikattacke ist es wichtig, dem Körper Sicherheit zu vermitteln. Ruhige Atmung kann dabei eine große Hilfe sein.
Langsames Einatmen durch die Nase und längeres Ausatmen durch den Mund helfen, das Nervensystem zu beruhigen. Der Körper erhält das Signal, dass keine Gefahr besteht.
Auch die bewusste Wahrnehmung der Umgebung kann helfen. Wer sich auf Geräusche, Farben oder den Kontakt der Füße mit dem Boden konzentriert, kommt aus dem Gedankenkarussell heraus.
Ablenkung und einfache Handlungen
Manche Menschen profitieren davon, etwas Einfaches zu tun. Ein Glas Wasser trinken, kurz nach draußen gehen oder laut lesen kann helfen, den Fokus zu verändern.
Ein kurzes Gespräch mit einer vertrauten Person kann ebenfalls beruhigend wirken. Allein zu wissen, nicht allein zu sein, reduziert oft die Angst.
Wichtig ist, nicht in eine Tüte zu atmen. Diese Methode hilft nicht und kann das Gefühl von Atemnot sogar verstärken.
Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
Wenn Panikattacken häufiger auftreten oder die Angst vor der nächsten Attacke wächst, ist es sinnvoll, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Auch wenn Betroffene beginnen, bestimmte Orte oder Situationen zu meiden, sollte man aufmerksam werden. Das kann ein Zeichen für eine tiefergehende Problematik sein.
Wenn Arbeit, Familie oder soziale Kontakte unter der Angst leiden, ist Unterstützung besonders wichtig. Niemand muss damit allein bleiben.
Was ist eine Panikstörung?
Von einer Panikstörung spricht man, wenn Panikattacken wiederholt auftreten und das Leben dauerhaft beeinflussen. Sie gehört zu den Angststörungen.
Der entscheidende Unterschied zur einzelnen Panikattacke liegt in der ständigen Angst vor neuen Attacken. Diese Erwartungsangst wird oft belastender als die Attacken selbst.
Betroffene beschäftigen sich ständig mit der Frage, wann die nächste Panik kommt und was sie auslösen könnte.
Vermeidungsverhalten im Alltag
Menschen mit einer Panikstörung beginnen oft, ihr Verhalten anzupassen. Sie meiden Orte, an denen sie bereits eine Attacke hatten.
Das können Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel oder belebte Straßen sein. Auch längere Wege von zu Hause werden manchmal vermieden.
Dieses Verhalten schränkt die Lebensqualität stark ein. Der Alltag wird kleiner, und die Angst erhält immer mehr Raum.
Die Angst vor der Angst
Ein zentrales Merkmal der Panikstörung ist die Angst vor der Angst. Schon leichte körperliche Veränderungen werden als Gefahr interpretiert.
Ein schneller Herzschlag oder flacher Atem reichen aus, um eine neue Attacke auszulösen. Der Körper befindet sich ständig in Alarmbereitschaft.
Dieser Kreislauf aus Angst, Beobachtung und Vermeidung hält die Störung aufrecht und macht es schwer, alleine herauszufinden.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren
Es gibt keine einzelne Ursache für Panikattacken oder Panikstörungen. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen.
Eine genetische Veranlagung kann eine Rolle spielen. Menschen mit Angststörungen in der Familie haben ein erhöhtes Risiko.
Auch Persönlichkeitseigenschaften wie hohe Sensibilität oder starke Stressanfälligkeit können eine Rolle spielen. Belastende Lebensereignisse wirken oft als Auslöser.
Die Rolle des Gehirns und der Hormone
Im Gehirn steuern verschiedene Botenstoffe das Gleichgewicht zwischen Ruhe und Stress. Dazu gehören Serotonin, Adrenalin und Dopamin.
Gerät dieses System aus dem Gleichgewicht, kann es zu übermäßigen Angstreaktionen kommen. Der Körper reagiert dann schneller mit Alarm.
Diese Prozesse laufen unbewusst ab. Betroffene haben keine Schuld an ihren Symptomen.
Behandlungsmöglichkeiten bei einer Panikstörung
Eine einzelne Panikattacke benötigt meist keine Behandlung. Bei wiederholten Attacken ist professionelle Unterstützung jedoch sehr sinnvoll.
Der erste Schritt ist der Gang zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Dort können körperliche Ursachen ausgeschlossen und erste Gespräche geführt werden.
Häufig erfolgt eine Überweisung zu psychologischer Unterstützung. Gesprächstherapie kann helfen, die Angst besser zu verstehen und zu bewältigen.
Lernen, die Angst zu verstehen
In der Therapie lernen Betroffene, ihre körperlichen Reaktionen richtig einzuordnen. Die Angst verliert dadurch ihren bedrohlichen Charakter.
Auch der Umgang mit angstauslösenden Situationen wird geübt. Schritt für Schritt kann so das Vermeidungsverhalten abgebaut werden.
Viele Menschen berichten, dass sie durch diese Unterstützung ihre Lebensqualität deutlich zurückgewinnen.
Hoffnung und Zuversicht
Panikattacken und Panikstörungen sind belastend, aber gut behandelbar. Mit Wissen, Übung und Unterstützung lassen sich große Fortschritte erzielen.
Der wichtigste Schritt ist, die Angst ernst zu nehmen und sich Hilfe zu erlauben. Niemand muss diesen Weg allein gehen.
Verständnis für den eigenen Körper und Geduld mit sich selbst sind dabei entscheidend.
Ihre Meinung ist gefragt
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