Trockene Augen sind ein weit verbreitetes Problem und können den Alltag stark beeinträchtigen. Betroffene klagen über unangenehme Empfindungen, die vom leichten Jucken bis zu deutlichen Schmerzen reichen können.
Medizinisch wird das Krankheitsbild als Keratokonjunktivitis sicca bezeichnet. Dabei ist die natürliche Benetzung der Augenoberfläche gestört. Das Auge erhält nicht mehr ausreichend oder nicht richtig zusammengesetzte Tränenflüssigkeit.
Trockene Augen entstehen nicht plötzlich. Meist entwickeln sie sich schleichend und werden erst wahrgenommen, wenn die Beschwerden zunehmen oder dauerhaft auftreten.

Die Bedeutung des Tränenfilms
Die Augenoberfläche ist auf einen stabilen Tränenfilm angewiesen. Dieser schützt das Auge, hält es glatt und sorgt für klares Sehen. Ohne diese Schutzschicht trocknet die Hornhaut schnell aus.
Der Tränenfilm verteilt sich bei jedem Lidschlag gleichmäßig über das Auge. Bereits nach wenigen Sekunden ohne Blinzeln beginnt die Oberfläche auszutrocknen.
Störungen in diesem fein abgestimmten System führen dazu, dass das Auge anfälliger für Reizungen und Entzündungen wird.
Aufbau der Tränenflüssigkeit
Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten. Jede erfüllt eine wichtige Aufgabe und trägt zur Gesundheit des Auges bei. Schon kleine Veränderungen können das Gleichgewicht stören.
Die äußere Schicht ist fettig und verhindert ein zu schnelles Verdunsten der Tränen. Darunter liegt die wässrige Schicht, die das Auge reinigt und mit Nährstoffen versorgt.
Die innere Schleimschicht sorgt dafür, dass die Tränen gleichmäßig auf der Augenoberfläche haften bleiben.
Wenn das Gleichgewicht gestört ist
Trockene Augen entstehen, wenn zu wenig Tränen produziert werden oder die Zusammensetzung nicht stimmt. Auch eine zu schnelle Verdunstung kann die Ursache sein.
Manchmal fehlt nur eine der drei Schichten. In anderen Fällen sind mehrere Komponenten gleichzeitig betroffen. Das erklärt die unterschiedlichen Ausprägungen der Beschwerden.
Die Ursache bleibt häufig unklar, was die Behandlung erschwert und Geduld erfordert.
Typische Beschwerden bei trockenen Augen
Trockene Augen verursachen viele unterschiedliche Symptome. Häufig berichten Betroffene über Brennen, Stechen oder ein Fremdkörpergefühl.
Auch Rötungen, Juckreiz und ein Druckgefühl treten oft auf. Die Augen fühlen sich müde an und reagieren empfindlich auf Licht.
Besonders morgens können die Lider verklebt sein. Im Laufe des Tages nehmen die Beschwerden meist zu.
Schwankendes Sehvermögen
Ein weiteres typisches Zeichen ist wechselndes Sehen. Nach mehrmaligem Blinzeln wird die Sicht kurzfristig besser, verschlechtert sich jedoch schnell wieder.
Dieses Phänomen erschwert das Lesen und die Bildschirmarbeit. Auch Brillenmessungen können dadurch ungenauer ausfallen.
Viele Betroffene berichten, dass die Augen beim Lesen regelrecht zufallen.
Warum trockene Augen tränen können
Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich. Trockene Augen gehen oft mit starkem Tränen einher. Dieses Tränen ist jedoch eine Schutzreaktion.
Wind, Kälte oder Reizstoffe lösen sogenannte Reflextränen aus. Diese sollen das Auge spülen, haben aber eine andere Zusammensetzung.
Sie bleiben nicht auf der Augenoberfläche haften und fließen schnell über die Wangen ab, ohne das Problem zu lösen.
Verschiedene Formen trockener Augen
Nicht jede Form trockener Augen ist gleich. Die häufigste Variante ist die klassische Keratokonjunktivitis sicca ohne klare Grunderkrankung.
Daneben gibt es trockene Augen durch Vitamin-A-Mangel. Diese Form tritt seltener auf, kann aber schwere Folgen haben.
Bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu extremen Veränderungen der Augenoberfläche, die intensiv behandelt werden müssen.
Trockene Augen bei Autoimmunerkrankungen
Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Tränen- und Speicheldrüsen betroffen sind. Trockene Augen sind hier ein zentrales Symptom.
Die Tränenproduktion ist stark vermindert. Betroffene leiden oft gleichzeitig unter trockenem Mund und Müdigkeit.
Diese Form erfordert eine engmaschige ärztliche Betreuung.
Wie häufig trockene Augen auftreten
Trockene Augen sind keine Seltenheit. Besonders ab dem mittleren Lebensalter steigt die Häufigkeit deutlich an.
Zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr sind mehrere Prozent der Menschen regelmäßig betroffen. Im höheren Alter nimmt der Anteil weiter zu.
Viele Fälle bleiben unerkannt, da die Beschwerden anfangs mild sind.
Geschlecht und Alter als Risikofaktoren
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Hormonelle Veränderungen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Mit zunehmendem Alter verändern sich die Talgdrüsen der Augenlider. Auch die Empfindlichkeit der Hornhaut nimmt ab.
Diese Faktoren begünstigen die Entwicklung trockener Augen bei älteren Menschen.
Einfluss von Medikamenten
Bestimmte Medikamente können trockene Augen begünstigen. Dazu gehören Mittel gegen Bluthochdruck, Depressionen und Entwässerungstabletten.
Auch hormonelle Verhütungsmittel können die Tränenproduktion beeinflussen. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend.
Ein Zusammenhang wird nicht immer sofort erkannt.
Umwelt und Lebensstil
Trockene Luft, Rauch und Klimaanlagen belasten die Augen zusätzlich. In beheizten Räumen verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller.
Langes Arbeiten am Bildschirm reduziert die Lidschlagfrequenz. Dadurch wird der Tränenfilm ungleichmäßig verteilt.
Kontaktlinsen erhöhen das Risiko ebenfalls, besonders bei intensiver Nutzung.
Ernährung und trockene Augen
Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Ein Mangel an Vitamin A kann die Augenoberfläche schädigen.
Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Funktion der Talgdrüsen. Eine ausgewogene Ernährung wirkt sich daher positiv aus.
Einseitige Kost kann bestehende Beschwerden verstärken.
Wie trockene Augen entstehen
Die Augen benötigen ständig Feuchtigkeit, um gesund zu bleiben. Diese schützt vor Austrocknung, Schmutz und Infektionen.
Der Tränenfilm wird von der Bindehaut und den Tränendrüsen produziert. Jeder Lidschlag erneuert diese Schutzschicht.
Fehlt dieser Mechanismus, entstehen Reizungen und kleine Schäden an der Oberfläche.
Zu wenig oder falsches Blinzeln
Beim Lesen oder Arbeiten am Bildschirm blinzeln Menschen deutlich seltener. Das passiert meist unbewusst.
Der Tränenfilm reißt schneller auf und kann sich nicht ausreichend erneuern. Die Augen trocknen aus.
Bewusstes Blinzeln kann hier bereits eine spürbare Entlastung bringen.
Schlaf und Augenöffnung
Manche Menschen schlafen mit leicht geöffneten Augen. Dadurch trocknet die Augenoberfläche über Nacht aus.
Betroffene bemerken dies oft morgens durch starke Beschwerden. Ein Hinweis kann starkes Brennen nach dem Aufwachen sein.
In solchen Fällen ist eine Abklärung sinnvoll.
Erkrankungen und Augenoberfläche
Unregelmäßigkeiten der Hornhaut oder Bindehaut können die Verteilung des Tränenfilms stören. Narben oder Schwellungen sind mögliche Ursachen.
Auch frühere Operationen können die Oberfläche verändern. Dadurch entstehen trockene Stellen.
Diese Bereiche werden beim Blinzeln nicht ausreichend benetzt.
Reizung vermeiden im Alltag
Wenn eine klare Ursache bekannt ist, sollte diese zuerst behandelt werden. Häufig bleibt der Auslöser jedoch unklar.
Dann steht die Linderung der Symptome im Vordergrund. Kleine Veränderungen im Alltag können bereits helfen.
Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Innenräumen ist besonders wichtig.
Schutz der Augen
Direkter Luftstrom durch Ventilatoren oder Klimaanlagen sollte vermieden werden. Auch Reiben der Augen verschlimmert die Beschwerden.
Beim Radfahren oder bei starkem Wind kann eine gut abschließende Brille schützen.
Diese Maßnahmen reduzieren die Verdunstung der Tränenflüssigkeit.
Ernährung als unterstützender Faktor
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Augengesundheit. Fisch, Nüsse und pflanzliche Öle liefern wertvolle Fettsäuren.
Vitamin A ist ebenfalls wichtig und in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten.
Eine bewusste Ernährung ersetzt keine Therapie, kann aber unterstützen.
Künstliche Tränen als Hilfe
Tränenersatzmittel werden häufig eingesetzt. Sie befeuchten das Auge und lindern die Beschwerden.
Es gibt sie als Tropfen, Gel oder Salbe. Manche enthalten Konservierungsstoffe, andere sind frei davon.
Empfindliche Augen profitieren oft von konservierungsmittelfreien Präparaten.
Besondere Vorsicht bei Kontaktlinsen
Nicht alle künstlichen Tränen sind für Kontaktlinsenträger geeignet. Bestimmte Inhaltsstoffe können die Linsen beschädigen.
Ein Blick auf die Zusammensetzung ist daher wichtig. Bei Unsicherheit hilft eine Beratung in der Apotheke oder beim Arzt.
Regelmäßige Pausen vom Linsentragen entlasten die Augen zusätzlich.
Medikamentöse Therapie bei schweren Formen
Bei stärkeren Beschwerden können entzündungshemmende Augentropfen eingesetzt werden. Diese werden meist zeitlich begrenzt verordnet.
Auch spezielle Wirkstoffe wie Ciclosporin kommen zum Einsatz. Sie reduzieren Entzündungen auf der Augenoberfläche.
In sehr schweren Fällen werden körpereigene Serumtropfen verwendet.
Verlaufen trockene Augen von selbst
Trockene Augen sind meist eine chronische Erkrankung. Die Intensität der Beschwerden kann jedoch schwanken.
Künstliche Tränen lindern die Symptome, heilen aber selten die Ursache. Eine langfristige Betreuung ist oft notwendig.
Mit der richtigen Behandlung lässt sich die Lebensqualität dennoch deutlich verbessern.
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