In den Vereinigten Staaten ist der 45-jährige Ryan Borgwardt zu 89 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er täuschte bei einem Kajakausflug ein Ertrinken vor, ließ seine Frau und seine drei Kinder zurück und reiste nach Georgia, um eine Frau zu treffen, die er über das Internet kennengelernt hatte. Die Strafe entsprach der Anzahl der Tage, die er offiziell vermisst wurde.


Der Staatsanwalt hatte eine geringere Strafe von 45 Tagen gefordert, doch der Richter verhängte eine höhere Strafe. Außerdem musste Borgwardt eine Entschädigung von 30.000 Dollar zahlen. Dieser Betrag deckte die enormen Kosten für die lange Suche nach ihm.
Kajaktour endete mit Verschwinden
Am 12. August vergangenen Jahres wurde Borgwardt als vermisst gemeldet. Einen Tag zuvor hatte er seiner Frau gesagt, er wolle auf dem Green Lake Kajak fahren. Als er nicht zurückkehrte, leiteten die Behörden sofort eine Suchaktion ein. Insgesamt dauerte die Suche 58 Tage, wobei man von Ertrinken ausging.
Die Ermittler fanden bald heraus, dass mehr dahinterstecken musste. Borgwardt hatte drei Monate zuvor einen neuen Reisepass beantragt. Das weckte den Verdacht, dass er sein Verschwinden bewusst geplant hatte. Es kam die Theorie auf, dass er seinen eigenen Tod inszeniert hatte, um eine usbekische Frau zu treffen.

Entlarvt und zurückgegeben
Im November nahm die Polizei Kontakt zu Borgwardt auf, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Ausland befand. Es gelang ihnen schließlich, ihn zu überreden, im Dezember in die Vereinigten Staaten zurückzukehren. Er meldete sich bei der Polizei und gab seine Taten zu.
Seine Frau beschloss vier Monate später, nach 22 Jahren Ehe die Scheidung einzureichen. Nach Angaben seines Anwalts bedauerte Borgwardt seine Entscheidungen zutiefst. Er soll mit der Absicht zurückgekehrt sein, sein Unrecht wiedergutzumachen.
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Der detailliert ausgearbeitete Plan
Befragungen von Borgwardt ergaben, dass er in der Nacht seines Verschwindens tatsächlich auf dem Wasser war. Er segelte mit einem Kajak 80 Kilometer von seinem Haus entfernt, stieg dann auf ein Schlauchboot um und kippte das Kajak absichtlich um. Dann warf er seine Ausweise über Bord, um seinen Tod plausibel zu machen.
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Nach seinem Theaterstück radelte er über 100 Kilometer mit einem Elektrofahrrad in die Stadt Madison. Dort nahm er einen Bus nach Toronto, von wo aus er nach Paris und dann in ein asiatisches Land weiterflog. Schließlich reiste er nach Georgien, wo er einige Tage mit der Frau verbrachte, die er online kennen gelernt hatte.


Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der ganze Plan rein egoistisch. Ziel sei es gewesen, seine Familie zurückzulassen und ein neues Leben zu beginnen, während die Außenwelt dachte, er sei gestorben.
Lebensversicherung und Reisepass arrangiert
Die Behörden stellten fest, dass Borgwardt sich gründlich vorbereitet hatte. Er hatte nicht nur einen Ersatzreisepass beantragt, sondern auch eine Lebensversicherung abgeschlossen. Damit schien er von seinem angeblichen Tod profitieren zu wollen. Außerdem hatte er eine frühere Sterilisation rückgängig machen lassen, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise eine neue Familie gründen wollte.
Die Staatsanwaltschaft beschrieb sein Handeln als eine verheerende Entscheidung für seine Familie, die durch seine eigenen Wünsche motiviert war. Der Richter befand die Täuschung und die Folgen für so schwerwiegend, dass eine Gefängnisstrafe unausweichlich war.
Eine Geschichte, die viele schockiert
Die Geschichte von Ryan Borgwardt hat in den Vereinigten Staaten für Aufsehen gesorgt. Die lange Suche kostete die Behörden und Rettungsdienste viel Zeit und Geld. Außerdem brachte sie seiner Familie unnötigen Kummer und Unsicherheit, da sie monatelang in der Annahme lebte, er sei tot.
Mit der Haftstrafe und der Entschädigung versucht das Gericht deutlich zu machen, dass ein Betrug dieses Ausmaßes nicht ungestraft bleiben kann. Obwohl Borgwardt sein Bedauern ausdrückte, bleiben die Folgen für seine Familie groß und unumkehrbar.
Quelle: Now.com




