Strengere Maßnahmen gegen Smartphone-Nutzung am Steuer in Frankreich

Planen Sie eine Reise mit dem Auto an die französische Südküste oder nach Spanien? Dann sollten Sie Ihr Handy während der Fahrt unbedingt aus dem Sichtfeld bringen. Im Departement Landes hat die Regierung drastische Maßnahmen ergriffen. Wer beim Fahren mit einem Smartphone erwischt wird, riskiert, sein Führerschein sofort für bis zu sechs Monate zu verlieren. Dies mag wie eine Drohung erscheinen, ist jedoch die Realität entlang der A63.
In Landes ist die Zeit, in der es nur eine Geldstrafe gab, vorbei. Die Polizei hat das Recht, sofort den Führerschein einzuziehen, wenn sie feststellt, dass jemand sein Handy während der Fahrt verwendet. Nicht morgen, nicht nach einem Verfahren. Sofort anhalten, Führerschein abgeben, fertig.
Diese Maßnahme wurde eingeführt, um ein starkes Signal zu senden. Die Region hatte im Jahr 2023 mit einem besorgniserregenden Muster zu kämpfen: Fast ein Viertel der tödlichen Unfälle war mit digitaler Ablenkung verbunden. Dies ist kein kleines Problem, sondern ein strukturelles Risiko für die Verkehrssicherheit.
Landes liegt knapp unter Bordeaux und ist für viele Urlauber ein bekannter Durchgang auf dem Weg nach Spanien. Die langen, geraden Straßen können hypnotisierend wirken, was die Versuchung erhöht, während der Fahrt auf das Handy zu schauen. Besonders auf diesen monotonen Strecken geschieht der Fehler schnell: kurz eine Nachricht lesen, eine Playlist auswählen oder die Route überprüfen.
Es scheint harmlos zu sein, aber eine Sekunde Unaufmerksamkeit bedeutet, dass man mit hoher Geschwindigkeit eine ganze Autolänge ohne Blick auf die Straße zurücklegt. Was diese Regel konkret bedeutet, ist klar: Wenn Sie während der Fahrt mit einem Handy in der Hand erwischt werden, kann der Beamte Ihren Führerschein sofort einziehen.
Bei gefährlichem Fahrverhalten oder Wiederholungstätern ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie direkt eine administrative Aussetzung Ihrer Fahrerlaubnis erhalten, die bis zu sechs Monate andauern kann. Ein wichtiges Detail ist, dass es sich um eine verwaltungsrechtliche Maßnahme handelt und nicht um eine strafrechtliche Verurteilung.
Das bedeutet, dass der Präfekt schnell eingreifen kann, ohne dass ein Gericht beteiligt sein muss. Diese Regelung zielt darauf ab, das Verhalten sofort zu stoppen, nicht Monate später durch bürokratische Verfahren.
Entschuldigungen wie “Ich habe nur kurz auf Maps geschaut” oder “Ich habe mein Handy aus Versehen berührt” helfen Ihnen nicht weiter. Sobald die Polizei feststellt, dass Sie Ihr Handy halten, wird dies als gefährliches Verhalten betrachtet, und die Einziehung des Führerscheins ist in greifbarer Nähe.
Das Ziel ist nicht, an der Straßenecke zu diskutieren, sondern Reflexe zu ändern: Handy weg, bevor Sie fahren. Der Druck soll so hoch sein, dass das schnelle Antworten auf eine Nachricht oder das Überspringen eines Songs nicht mehr die Mühe wert ist.
Bei einem ersten Verstoß kann es bereits zu einer offiziellen Verwarnung kommen. Diese wird dokumentiert, sodass beim nächsten Mal kein Raum für Nachsicht besteht. Ihr Dossier begleitet Sie, und die Wiederholung wird sofort deutlich strenger behandelt.
Wenn Sie erneut auffallen, folgt in der Regel eine administrative Aussetzung Ihrer Fahrerlaubnis. Das ist kein kleiner Verweis, sondern eine Frist von bis zu einem halben Jahr, in der Sie nicht fahren dürfen. Auch während Ihres Urlaubs bleibt diese Regelung in Kraft.
Bemerkenswert ist, dass keine neue Gesetzgebung erforderlich war. Der Präfekt nutzt bereits existierende Befugnisse, die immer bei gefährlichem Verkehrsverhalten gegolten haben. Er wendet diese nun strenger an, indem das Halten eines Handys automatisch als “gefährlich” eingestuft wird.
Dies bedeutet einen Paradigmenwechsel. Wo die Nutzung von Handys früher als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße betrachtet wurde, gilt sie jetzt als direktes Risiko für andere. Und gegen direktes Risiko darf ohne lange Wartezeiten oder rechtliche Umwege sofort vorgegangen werden.
Die Entscheidung zur Einziehung wird vor Ort getroffen. Einspruch zu erheben ist möglich, jedoch erst nachträglich, was Zeit und Papierkram kostet. In der Zwischenzeit sind Sie Ihren Führerschein los. Für ausländische Fahrer kann dies besonders schwierig sein, wenn man sich in der Ferne mit der Situation auseinandersetzen muss.
Stellen Sie sich vor: Sie stehen mit Ihrer Familie, Ihrem Wohnwagen oder Dachgepäckträger auf einem französischen Parkplatz und dürfen nicht weiterfahren. Eine Ersatzbeförderung zu organisieren, ist kompliziert, und Ihre Urlaubsplanung kann von einem Moment auf den anderen durcheinander geraten. Genau diesen Abschreckungseffekt beabsichtigt man.
Forschungen zeigen, dass digitale Ablenkung oft unterschätzt wird. Kurz auf den Bildschirm zu schauen, bedeutet mehrere Sekunden keine Aufmerksamkeit für die Straße. Bei 90 km/h legt man in dieser Zeit zahlreiche Meter blind zurück, mit allen möglichen Konsequenzen.
Viele Fahrer überschätzen sich: “Ich kann das”, “Es ist nur ganz kurz”. Diese Nonchalance macht es gefährlich. Die Behörden möchten klarstellen: Das ist kein kleines Vergehen mehr, sondern eine direkte Bedrohung der Verkehrssicherheit.
Wenn Sie über die A63 in Richtung San Sebastián und weiter nach Süden fahren, werden Sie fast sicher durch Landes kommen. Diese Route ist besonders bei niederländischen Urlaubern beliebt, sodass auch mehr Urlauber aus Nordwesteuropa mit dieser strengeren Handhabung konfrontiert werden könnten.
Die Versuchung ist groß, auf den endlosen geraden Strecken noch schnell einen Abzweig zu prüfen, eine Audio-App zu starten oder eine Nachricht an die Lieben zuhause zu schicken. In Landes kann dies bedeuten, dass Sie zu Fuß zu Ihrem Hotel gehen müssen – ohne Führerschein und ohne Auto.
Wenn Ihr Führerschein eingezogen wird, können Sie nicht einfach bezahlen und weiterfahren. Sie sind auf alternative Transportmittel angewiesen oder müssen auf einen Mitfahrer mit gültigem Führerschein warten, bis Ihr Einspruch behandelt ist. Kein Szenario, das man sich wünscht.
Für Mietautos, Wohnmobile oder Leasingfahrzeuge ist es noch schwieriger. Verträge erlauben selten, dass jemand sonst fährt, und Vermieter sind in der Regel nicht hilfsbereit, wenn der offizielle Fahrer ausfällt.
Das bedeutet, dass Prävention hier wirklich besser ist als Nachsorge. Wir sollten bewusst damit umgehen, um mögliche Probleme von vornherein zu vermeiden.
Andere Departements beobachten aufmerksam mit. Wenn in Landes nachweislich weniger Unfälle passieren, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Vorgehensweise auch woanders übernommen wird. Frankreich ist seit langem für seine strengen Verkehrskontrollen bekannt, und dies passt in diese Tradition.
Dieses Experiment kann als Maßstab dienen: Die Nutzung von Handys während der Fahrt könnte standardmäßig als gefährliches Verhalten eingestuft werden. Dies würde nicht nur die Polizeiarbeit verändern, sondern auch beeinflussen, wie wir als Fahrer unsere eigenen Routinen und Risiken einschätzen.
Was können Sie jetzt selbst tun? Machen Sie es sich leicht: Stellen Sie Navigations- und Musikoptionen vor der Abfahrt ein, aktivieren Sie den „Nicht stören“-Modus auf Ihrem Handy oder bewahren Sie es im Handschuhfach auf. Wenn Sie dennoch etwas anpassen müssen, halten Sie an einem sicheren Ort und nehmen Sie erst dann Ihr Gerät zur Hand.
Reisen Sie mit Familie oder Freunden? Weisen Sie einen “Co-Piloten” zu, der Nachrichten überprüft und die Route im Auge behält. So bleiben Sie mit beiden Händen und voller Aufmerksamkeit auf den Verkehr konzentriert. Haben Sie zu diesem Thema eine Meinung? Lassen Sie es uns in den sozialen Medien wissen!
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