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Annet (78): „Meine Kinder kommen nur, wenn sie etwas brauchen – sonst höre ich nichts von ihnen.“

by flipstaa
december 1, 2025
in Geschichten

In einer ruhigen Straße am Stadtrand lebt die 78-jährige Annet. Sie ist allein seit ihr Mann vor ein paar Jahren verstorben ist. Ihr Haus bewahrt viele Erinnerungen, es sieht aus wie zu der Zeit, als die Kinder klein waren. An den Wänden hängen Fotos von Geburtstagsfeiern, Urlauben und Schulabschlüssen. Doch wo früher Lachen und Trubel herrschten, ist es jetzt oft still. Sehr still.

„Man sagt, Stille sei Gold“, erzählt Annet, während sie ihre Tasse Tee abstellt. „Aber manchmal fühlt es sich an wie Blei. Schwer. Drückend. Als ob man langsam ein bisschen verschwindet.“ Annet hat drei erwachsene Kinder – zwei Töchter und einen Sohn. Sie wohnen alle relativ nah, innerhalb einer halben Stunde Fahrt, maximal. Dennoch bleibt Annets Haus oft tagelang, manchmal wochenlang, ohne Besuch.

„Ich verstehe, dass sie beschäftigt sind“, sagt sie. „Sie haben ihr eigenes Leben. Berufe, Kinder, Sportvereine, viel zu tun. Aber es tut weh, wenn man merkt, dass man nur noch angerufen wird, wenn sie etwas brauchen.“ Sie macht eine kurze Pause und schaut nach draußen, wo die ersten Frühlingssonnenstrahlen auf den Bürgersteig fallen. „Letzte Woche rief mein Sohn an. Ob ich wüsste, was die Lampe auf seinem Armaturenbrett bedeutet. Wir haben zehn Minuten über sein Auto gesprochen. Über mich ging es kein einziges Mal.“

Annet zuckt mit den Schultern. Sie sagt das nicht aus Mitleid, betont sie. Sie will kein Bedauern. Aber gesehen werden, das möchte sie. Als Mensch. Als Mutter. Als jemand, der lebt und fühlt, auch wenn sie fast 80 ist. „Früher war das anders“, erzählt sie. „Da kamen sie spontan vorbei. Einfach nur zum Plaudern. Bei einer Tasse Kaffee. Manchmal kamen sie sonntags mit ihren Kindern und wir saßen alle zusammen am Esstisch. Dieser Tisch ist mittlerweile seit langem leer.“

Sie versucht, den Mut aufrechtzuerhalten und die Dinge positiv zu sehen. Aber das gelingt nicht immer. „Man beginnt, an sich selbst zu zweifeln. Habe ich etwas falsch gemacht? War ich keine gute Mutter? Oder ist das einfach so, wenn man älter wird?“ Annet sagt, es sei langsam begonnen. Zuerst kamen die Besuche seltener, dann wurden die Telefonate kürzer. Und heutzutage geschieht alles hauptsächlich über WhatsApp.

„Und selbst das manchmal nicht,“ sagt sie. „Manchmal schicke ich eine Nachricht und bekomme erst nach zwei Tagen eine Antwort. ‚Sorry Mama, viel zu tun!‘ Aber ich sehe auf Facebook, dass sie Zeit für Freundinnenabende, Festivals und Ausflüge haben.“ Sie versucht, ihr Leiden nicht überhandnehmen zu lassen. Sie geht jeden Tag ein Stück spazieren, spricht gelegentlich mit Nachbarn und erledigt regelmäßig ihre Einkäufe. Aber die Leere bleibt. Besonders jetzt, wo der Frühling naht.

„Der Frühling ist für viele Menschen etwas Schönes“, sagt sie. „Die Sonne, die Blumen, die Cafés. Doch für mich wirkt es wie ein Vergrößerungsglas. Alles, was fehlt, wird plötzlich umso sichtbarer. Die Welt wird lebendiger, und man fühlt sich blasser.“ Vor ein paar Wochen versuchte sie, etwas zu ändern. Sie rief ihre älteste Tochter einfach an, um zu fragen, ob sie auf einen Kaffee vorbeikommen wolle.

„Sie sagte, das wäre nett, aber sie hätte diese Woche wirklich keine Zeit. Und danach hörte ich nichts mehr. Dann fühlt man sich einfach… zurückgewiesen. Als würdest du etwas fragen, was eigentlich nicht erlaubt ist.“ Annet erzählt das ruhig, ohne Tränen, aber ihr Blick verrät, wie tief es sitzt. Sie liebt ihre Kinder, sagt sie, und würde ihnen alles verzeihen. Aber sie möchte, dass sie sie ab und zu als „normale Mama“ sehen. Nicht nur als Babysitter oder als jemanden, der etwas regeln muss.

„Sie kommen vorbei, wenn sie einen Babysitter brauchen. Oder wenn sie etwas ausleihen wollen. Oder wenn etwas kaputt ist und sie denken: Mama weiß sicher Rat. Aber nicht, weil sie mich vermissen. Das Gefühl bekomme ich zumindest nicht mehr.“ Sie wünscht sich, sie könnte es ihren Kindern erklären, ohne dass es gleich dramatisch wird. Aber das ist schwierig, sagt sie. „Wenn ich etwas anspreche, bekomme ich oft zu hören: ‚Du weißt doch, dass wir dich lieben.‘ Aber wenn du nie vorbeikommst, wie soll ich das dann fühlen?“

Die Einsamkeit, die sie beschreibt, ist nicht laut. Sie ist subtil, schleichend. Doch immer präsent. Wie sie selbst sagt: „Es ist wie Zugluft im Haus. Man sieht es nicht, aber es schleicht sich überall hinein.“ Sie vermisst die kleinen Dinge. Zusammen lachen über etwas im Fernsehen. Über früher plaudern. Jemand, der fragt, wie ihr Tag war. Ob sie gut geschlafen hat. Oder einfach einen Arm um sich geworfen bekommen, wenn sie sich nicht gut fühlt.

„Sie haben wirklich keine Ahnung, wie viel das bedeuten würde“, flüstert sie. Und während die Sonne langsam untergeht und das Wohnzimmer in goldenes Licht taucht, gibt es kein Geräusch vom Flur. Kein Klingeln, keine Schritte. Nur das Ticken der Uhr und das sanfte Geräusch von Vögeln draußen. „Ach“, sagt sie schließlich, „vielleicht rufe ich später selbst wieder an. Oder schicke eine Nachricht. Dann weiß ich zumindest, dass ich es versucht habe.“

Doch irgendwo hofft sie auf ein unerwartetes Klopfen an der Tür. Auf jemanden, der nicht kommt, um etwas zu holen, sondern einfach, um ihr Aufmerksamkeit, Wärme, ein bisschen Liebe zu bringen. Einfach so, nur weil.

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