In der heutigen Gesellschaft sind Tattoos und Piercings stärker sichtbar geworden als je zuvor. Trotz der wachsenden Akzeptanz bleibt das Thema jedoch umstritten, besonders auf dem Arbeitsmarkt. Während einige Branchen offener sind, haben andere noch mit Vorurteilen zu kämpfen.

Ein eindringliches Beispiel ist der Fall von Ash, einer amerikanischen TikTok-Influencerin, die auch als Uber Eats-Fahrerin arbeitet. In einem Video, das über acht Millionen Mal angesehen wurde, schilderte sie ihre Erfahrung mit einer Bewerbungsabsage bei TJ Maxx. Ihre Tätowierungen schienen dabei eine entscheidende Rolle gespielt zu haben.
Obwohl Ash eine automatisierte Absage erhielt, wollte sie mehr über den Grund erfahren. Die offizielle Erklärung war, dass andere Bewerber mehr Erfahrung hatten. Dennoch hatte Ash das Gefühl, dass ihr Aussehen der wahre Grund war. „Es kann doch kein Zufall sein“, sagte sie in ihrem Video. „Meine Tattoos sagen nichts über meine Fähigkeiten aus.“
Die Reaktionen auf ihr Video waren nicht nur betroffen, sondern auch oft verletzend. Viele Nutzer kritisierten ihr Aussehen, nannten ihre Tattoos „gruselig“ oder „dämonisch“. Ash berichtet, dass sie sich von den negativen Kommentaren nicht beeinflussen lassen wird. „Ich werde mich nicht für einen Job mit Mindestlohn verändern“, sagt sie.
Trotz der Ablehnung von TJ Maxx kommt Ash mit ihren Einkünften als Fahrerin und Influencerin gut über die Runden. Für sie ist die Absage kein Weltuntergang, verdeutlicht aber die hartnäckigen Vorurteile, mit denen Menschen mit Körperkunst konfrontiert werden.
Ash erkennt an, dass Unternehmen oft ein bestimmtes Image anstreben. Sie meint jedoch, dass ihre Fähigkeiten und Person nicht richtig gewürdigt wurden. „Ich werde nach meinem Aussehen beurteilt, und das sollte nicht der Fall sein“, betont sie.
Ihr Erlebnis ist keineswegs einzigartig. Weltweit gibt es viele Geschichten von Menschen, die aufgrund ihres Aussehens ihre Traumjobs nicht bekommen. Während Tattoos und Piercings in vielen Branchen zunehmend akzeptiert werden, halten sich bestimmte Sektoren, wie der Einzelhandel und die Finanzwelt, an konservative Normen fest.
„Es wird Zeit für Veränderungen“, sagt Ash. „Wir leben im Jahr 2024. Menschen sollten über solch oberflächliche Urteile hinaus sein.“ Sie kennt viele talentierte und kreative Personen mit Tattoos, deren Äußeres nichts über ihren Arbeitswillen aussagt.
Ash hat kürzlich beschlossen, eines ihrer auffälligsten Tattoos – eine Spinne auf ihrer Stirn – lasern zu lassen. Dies geschieht jedoch nicht aus Reue, sondern weil sie es durch etwas anderes ersetzen möchte. „Es sind meine Entscheidungen, und ich bereue sie nicht“, sagt sie mit Leichtigkeit.
Für Ash sind Tattoos und Piercings ein Ausdruck ihrer Kreativität. Sie sieht diese Form der Selbstverwirklichung nicht als unprofessionell, sondern als positiv und authentisch an. Mit ihrer Geschichte möchte Ash ein breiteres Gespräch über Akzeptanz und Vielfalt am Arbeitsplatz anstoßen.
Sie hofft, dass Arbeitgeber weniger starr an traditionellen Vorstellungen festhalten. „Arbeitgeber müssen die erste Eindruck hinter sich lassen“, sagt Ash. „Die Leistung, die man erbringt, sagt viel mehr über einen aus als das Aussehen.“
Sie ist entschlossen, sich nicht zu verändern, um in irgendein Klischee zu passen. „Wenn ein Unternehmen mich nicht so akzeptieren kann, wie ich bin, dann ist das nicht der richtige Platz für mich“, sagt sie bestimmt.
Die Diskussion über Tattoos und Piercings am Arbeitsplatz bleibt aktuell. Während einige Branchen inklusiver werden, bleibt noch viel zu tun, um tief verwurzelte Vorurteile abzubauen. Die Geschichten von Menschen wie Ash machen deutlich, dass das Aussehen einer Person wenig über ihre Fähigkeiten oder Professionalität aussagt.
Ash setzt ihren Kampf fort und bleibt trotz negativer Rückmeldungen optimistisch. Sie glaubt an die Macht der Selbstverwirklichung und an den Wert der Vielfalt. „Es wird Zeit, dass die Menschen ihren Horizont erweitern“, sagt sie. „Vielfalt bedeutet auch, verschiedene Stile und Entscheidungen zu akzeptieren.“
Ihre Botschaft ist klar: Tattoos machen Menschen nicht weniger fähig. Im Gegenteil, sie machen Menschen einzigartig. Diese Einzigartigkeit sollte auch einen Platz im Berufsleben haben.
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