
„Was die Leute nicht verstehen“, erklärt Fatima, „ist, dass Arbeiten nicht automatisch bedeutet, dass es einem besser geht. Wenn ich für 1200 Euro im Monat arbeite, verliere ich am Ende sogar Geld. Das ist für mich als alleinerziehende Mutter einfach nicht tragbar.“ Diese offene und ehrliche Sicht auf ihre Situation sticht hervor und fordert mehr Verständnis für Menschen in ihrer Lage.
Fatima hat in der Vergangenheit gearbeitet. Ihre Karriere begann in einem Einzelhandelsgeschäft, gefolgt von einer administrativen Tätigkeit über ein Zeitarbeitsunternehmen. Doch als ihre Beziehung endete, stieß sie an die Grenzen dessen, was sie mit ihren Verpflichtungen als Mutter vereinbaren konnte. „Die Kinderbetreuung ist teuer. Das Angebot in der Gemeinde ist begrenzt, und man muss die Schulzeiten, Studientage und kranke Kinder berücksichtigen. Eine Teilzeitstelle scheint oft nicht machbar zu sein.“
Sie hat die Zahlen genau durchgerechnet. Einmal erhielt sie ein Stellenangebot über ein städtisches Programm: 24 Stunden pro Woche für 10,75 Euro pro Stunde. Damit hätte sie rund 1050 Euro netto verdient. Dennoch gerieten ihre Familienleistungen und Wohngeld in Gefahr. „Wenn ich rechne, habe ich am Ende des Monats 80 Euro weniger als jetzt. Das ganze zusätzliche Stressniveau, und ich hätte weniger Zeit für meine Kinder.“ Das zeigt, wie komplex die Realität hinter den Zahlen sein kann.
„Die Menschen, die urteilen, wissen oft nicht, was es heißt, als alleinerziehender Elternteil über die Runden zu kommen“, sagt Fatima mit einfühlsamer Stimme. „Sie sehen nur: Du bekommst Geld vom Staat und tust nichts dafür. Aber ich stehe jeden Tag auf, bringe meine Kinder zur Schule, helfe bei den Hausaufgaben, organisiere alles Mögliche. Das ist Arbeit, nur wird sie nicht bezahlt.“ Diese ständige Rechtfertigung ist frustrierend für Fatima. „Ich fühle mich schon genug beobachtet, wenn ich mit dem Kinderwagen in meiner Jogginghose unterwegs bin.“
Sie ist kein Opfer und drückt sich klar und bestimmt aus. „Ich bin nicht faul oder nachlässig. Aber ich bin realistisch. Wenn mich Arbeit weniger Geld und weniger Zeit für meine Kinder kostet, warum sollte ich das tun? Wegen der gesellschaftlichen Erwartungen?“ Fatima stellt fest, dass das System nicht für alle funktioniert. „Es wird oft gesagt: Arbeiten muss sich lohnen. Aber das tut es nicht für jeden.“
Fatima möchte sich nicht nur zurückziehen. Sie denkt daran, vielleicht in Zukunft Freiwilligenarbeit an Schulen zu leisten oder ein paar Stunden von zu Hause aus zu arbeiten, sobald ihr jüngstes Kind älter ist. „Aber es muss machbar sein, ohne mich weiter in Schwierigkeiten zu bringen. Das System betrachtet nur die Zahlen, nicht die Realität zu Hause.“
„Ich werde kein schlechtes Gewissen haben über die Entscheidungen, die ich treffe“, erklärt Fatima. „Ich prioritisiere Stabilität und Ruhe für mein Zuhause und für meine Kinder. Vielleicht denken andere, ich profitiere einfach, aber ich sehe das als vernünftige Entscheidungen an.“
Fatima ist überzeugt, dass die Gesellschaft aufhören sollte, Menschen in der Sozialhilfe zu verurteilen. „Es ist einfach zu sagen: Geh einfach arbeiten. Aber wenn sich das finanziell nicht lohnt und mehr Chaos ins Haus bringt, was gewinnen wir dann damit?“ Sie fordert ein Umdenken in der Politik und eine bessere Unterstützung für Menschen in ähnlichen Situationen.
„Ich wünsche mir, dass die Regierung in angemessene Programme, flexible Kinderbetreuung und fairere Berechnungen investiert. So würde sich Arbeit auch für mich lohnen. Ich will wirklich arbeiten, aber es sollte mir nicht schaden.“ Fatima bleibt in ihrer aktuellen Situation und kämpft darum, ein sicheres und liebevolles Zuhause für ihre Kinder zu schaffen. „Das ist meine Hauptaufgabe, unsichtbar und unbezahlbar, aber unglaublich wichtig.“
Wenn jemand Fatima erneut fragt, warum sie keinen 24-Stunden-Job für 1200 Euro pro Monat annimmt, wird sie es klar und ohne Scham beantworten: „Weil es mir nicht hilft. Weil meine Kinder mich brauchen. Und weil ich das Recht habe, Entscheidungen zu treffen, die für uns gut sind.“ Fatimas Geschichte ist ein eindringlicher Appell für mehr Verständnis und ein besseres System, das die Realität von Familien wie ihrer anerkennt.
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