
Abroseksualität ist eine sexuelle Identität, die sich im Laufe der Zeit ändern kann. Emma kam erst mit 30 Jahren dazu, diesen speziellen Begriff zu verstehen. Ihre Reise zur Akzeptanz begann, als sie feststellte, dass auch ihre eigene Anziehung variabel war. Diese Erkenntnis war erhellend, jedoch begleitet von negativen Reaktionen aus ihrem Freundeskreis, die sie stark belasteten.
Als sie erstmals über ihre Abroseksualität sprach, erlebte sie oft Unverständnis. Freunde reagierten mit Fragen wie: „Wann hast du das entschieden? Ist das wirklich ein Label?“ Diese Reaktionen schmerzten Emma zutiefst. Das Fehlen dieser Freundschaften wurde zu einem Wendepunkt, der ihr bewusst machte, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben.
Früher kannte Emma diesen Begriff nicht. In den 90er Jahren waren sexuelle Orientierungen einfach: hetero, homo oder lesbisch. Alles andere wurde nicht ernst genommen. Diese enge Sichtweise führte dazu, dass Emma sich lange Zeit verloren fühlte. Erst durch einen Instagram-Post von Zoe Stoller, einer bekannten LGBTQ+-Advokatin, lernte sie den Begriff Abroseksualität kennen, der ihre Erfahrung treffend beschrieb.
Abroseksualität beschreibt die Fähigkeit, dass sich jemandes sexuelle Anziehung ändern kann. Emma erinnert sich an Tage, an denen sie sich zu Frauen hingezogen fühlte und an anderen, an denen Männer ihr Interesse weckten. Dieses Hin und Her sorgte für Verwirrung, sowohl für sie selbst als auch für ihre Bekannten.
Ihr Tätigkeitsfeld wurde noch komplizierter, als sie mit Rückmeldungen konfrontiert wurde, die ihre Veränderungen nicht akzeptieren konnten. Aussagen wie: „Du hast letzte Woche gesagt, dass du lesbisch bist. Warum ist das jetzt anders?“ verstärkten ihre inneren Konflikte. Angesichts dieser Herausforderungen begann Emma, sich selbst als eine Art Betrügerin zu sehen und kämpfte mit der Angst vor Unsicherheit.
Erst durch das Verständnis des Begriffs Abroseksualität konnte Emma ihre Identität klarer erfassen. Es half ihr, die Herausforderungen zu akzeptieren. Während viele Menschen offener gegenüber sexuellen Identitäten sind, existiert immer noch große Unwissenheit über solche Begriffe. Emmas Erfahrungen zeugen davon und sie stieß oft auf abwertende Bemerkungen.
„Warum kannst du dich nicht einfach als bisexuell bezeichnen?“ war eine häufige Frage. Solche Reaktionen können weh tun, denn sie ignorieren die Komplexität von Emmas Gefühlen. Emma erklärt, dass ihre wechselnden Neigungen keinen Einfluss auf ihre romantischen Beziehungen haben. Letztendlich liebt sie die Menschen, nicht ihr Geschlecht. Der Drang, ihre Identität ständig zu erklären, bleibt eine ständige Herausforderung.
Trotz ihrer Bemühungen, Familie und Freunde über Abroseksualität aufzuklären, blieben viele an ihrem begrenzten Wissen festhalten. Es zeigt, wie wichtig Bildung und Offenheit sind. Indem wir uns für die Vielfalt sexueller Orientierungen einsetzen, können wir helfen, eine inklusivere und verständnisvollere Gesellschaft zu schaffen.
Emmas Erfahrung zeigt, dass es eine Reise ist, seine Identität zu entdecken – eine Reise, die oft mit Herausforderungen verbunden ist. Doch am Ende führt sie zur Selbstakzeptanz und zum tiefen Verständnis des eigenen Selbst. Es ist ein Wachstumsprozess für den Einzelnen, sowie für das Umfeld, das ihn umgibt.
Indem Emma ihre Geschichte teilt, hofft sie, dass andere mehr Verständnis und Akzeptanz für die verschiedenen Weisen zeigen, wie Menschen ihre Sexualität erleben. Wichtig ist, dass sich jeder frei fühlen kann, er selbst zu sein, unabhängig von den Labels oder Reaktionen, denen er begegnet.
Jeder Schritt, den wir in Richtung Verständnis und Akzeptanz gehen, stärkt nicht nur die individuellen Identitäten, sondern bereichert auch das kollektive Bewusstsein unserer Gesellschaft.
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