Der Advent ist eigentlich die Zeit von Kälte, Schnee und klaren Wintertagen. Doch in diesem Jahr zeigt sich der Dezember von einer sehr ungewöhnlichen Seite. Statt Frost und winterlicher Stimmung erleben viele Regionen in Deutschland ein Wetter, das eher an März als an die Vorweihnachtszeit erinnert. Die Temperaturen steigen deutlich, der Wind wird stärker und die Sonne lässt sich nur selten blicken. Viele Menschen fragen sich, wie lange dieser milde Trend anhält und ob der Winter überhaupt noch rechtzeitig zu Weihnachten zurückkehrt. Meteorologen liefern dafür klare, aber überraschende Antworten.

Ein ungewöhnlich warmer Start in die Adventswoche
Schon zu Beginn der neuen Woche wird deutlich, dass sich Deutschland auf deutlich höhere Temperaturen einstellen muss. Statt Temperaturen um den Gefrierpunkt melden die Wetterdienste Werte, die zweistellig ausfallen. Das kommt für viele unerwartet, denn normalerweise ist Anfang Dezember mit deutlich kälteren Bedingungen zu rechnen. Die derzeitige Lage zeigt jedoch, dass sich die Großwetterlage komplett umgestellt hat. Ein mächtiger Schub milder Atlantikluft gelangt nach Mitteleuropa und sorgt dafür, dass klassische Winterkälte kaum eine Chance hat. Besonders auffällig ist, wie konstant die milden Temperaturen bleiben sollen.
Meteorologen bestätigen den deutlichen Temperaturanstieg
Mehrere Experten erklären unabhängig voneinander, warum es im Advent so warm wird. Diplom-Meteorologe Dominik Jung spricht davon, dass die Temperaturen ab Montag überall im Land spürbar steigen. Er rechnet sogar damit, dass im Südwesten bis zu 18 Grad möglich sind. Das sind Werte, die im Dezember nur äußerst selten auftreten. Auch Klimatologe Karsten Brandt zeigt sich überrascht, wie weit die Temperaturen steigen könnten. Er erwartet im Westen und im Süden bereits am Montag Werte zwischen 15 und 16 Grad. Solche Temperaturen erinnern eher an einen frischen Frühlingstag als an die dunkle Adventszeit. Besonders auffällig ist der kräftige Wind, der die milde Luft weiter ins Land trägt.
Der Jetstream bringt Wind und Wärme nach Mitteleuropa
Für die ungewöhnlich hohen Temperaturen ist vor allem die aktuelle Westlage verantwortlich. Diese wird vom Jetstream gesteuert, einer starken Luftströmung in großer Höhe. Der Jetstream verläuft derzeit sehr direkt über dem Atlantik und erreicht Mitteleuropa ohne große Umwege. Dadurch gelangt kontinuierlich milde Meeresluft nach Deutschland. Der Wind verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Dadurch hat kalte Luft am Boden kaum eine Chance, sich zu halten. Besonders am Mittwoch bleibt die Westlage aktiv und sorgt dafür, dass der milde Trend weiter bestehen bleibt. Die Sonne wird jedoch kaum zu sehen sein, denn die warmen Luftmassen bringen viele Wolken mit.
Ein Blick auf die kommenden Höchsttemperaturen
Für den kommenden Dienstag sagen Wettermodelle bereits sehr hohe Werte voraus. Vor allem im Südwesten könnten die Temperaturen bis zu 18 Grad erreichen. Auch andere Regionen müssen mit zweistelligen Temperaturen rechnen. Viele Menschen dürften sich darüber wundern, denn solche Werte kennt man eher aus dem April. Die ungewöhnliche Wärme passt nicht zu den klassischen Erwartungen, die viele für die Adventszeit haben. Es bleibt jedoch nicht nur warm, sondern auch sehr windig. In höheren Lagen können laut Experten sogar starke Böen auftreten, die sich lokal wie Sturmböen anfühlen können.
Sturmtiefs auf dem Atlantik verstärken die milde Luftzufuhr
Meteorologen erklären, dass derzeit mehrere kräftige Sturm- und Orkantiefs auf dem Atlantik entstehen. Diese Tiefdruckgebiete schaufeln ununterbrochen milde Luftmassen nach Mitteleuropa. Dadurch wird der Temperaturanstieg noch weiter unterstützt. Ohne diese Tiefs würde sich der Dezember wahrscheinlich deutlich kälter präsentieren. Durch die ständige Zufuhr warmer Luft bleibt der Winter auf Abstand. Dennoch weist Jürgen Schmidt darauf hin, dass im Winterhalbjahr Wind notwendig ist, um kalte Luftschichten am Boden zu verdrängen. Da die Sonne im Dezember sehr tief steht, kann sie nicht ausreichend Energie liefern, um diese Kaltluftlagen aufzulösen. Deshalb übernimmt der Wind diese Aufgabe.
Warum echte Winterkälte derzeit kaum eine Chance hat
Die aktuelle Wetterlage zeigt deutlich, dass typische Winterkälte nur schwer Fuß fassen kann. Milder Wind, ein aktiver Jetstream und maritime Luftmassen verhindern, dass stabile Hochdrucklagen entstehen, die kalte Luft aus Osten nach Deutschland bringen könnten. Ohne solche Hochdruckgebiete hat Winterwetter kaum eine Chance. Stattdessen dominiert der Atlantik das Geschehen. Diese Großwetterlage ist nicht ungewöhnlich, kommt jedoch normalerweise nicht so ausgeprägt im Dezember vor. Dass die Temperaturen so hoch steigen, ist daher zwar selten, aber meteorologisch erklärbar. Viele Wetterexperten sehen darin einen klaren Hinweis darauf, wie dynamisch der europäische Winter inzwischen geworden ist.
Chancen auf Sonne erst zum dritten Advent
Wer auf sonniges Wetter hofft, braucht Geduld. Erst Richtung dritter Advent stehen die Chancen laut Prognosen etwas besser. Zwar soll es weiterhin mild bleiben, doch die Wolken könnten sich zeitweise zurückziehen. Dadurch könnte die Sonne wieder häufiger erscheinen. Wie lange diese Auflockerungen anhalten, ist jedoch noch nicht sicher. Die Modelle zeigen, dass die Wetterlage weiterhin sehr schnell wechseln kann. Dies bedeutet, dass überraschende Änderungen jederzeit möglich sind. Dennoch wäre ein sonniger dritter Advent für viele eine willkommene Abwechslung zur grauen Witterung der letzten Tage.
Was bedeutet das für Weihnachten?
Viele Menschen hoffen jedes Jahr auf weiße Weihnachten. Doch nach aktuellem Stand ist dieses Szenario eher unwahrscheinlich. Zwar deuten einige Modelle darauf hin, dass die Temperaturen Richtung Weihnachten unter null Grad fallen könnten. Ob dies jedoch reicht, um Schnee zu erzeugen oder zu halten, bleibt offen. Zu oft kommt es vor, dass kurzfristig wieder mildere Luft einfließt und mögliche Schneefälle verhindert. Daher ist es noch zu früh, sich auf klassische Winterstimmung zu Weihnachten zu freuen. Die kommenden Tage werden zeigen, wie stabil die Abkühlung wirklich sein kann. Sicher ist nur, dass das diesjährige Adventswetter sehr ungewöhnlich bleibt.
Warum sich solche Wetterlagen in Zukunft häufen könnten
Viele Experten sehen in solchen milden Phasen einen Hinweis auf langfristige Veränderungen im Klimasystem. Zwar kann ein einzelnes Ereignis nicht als Beweis dienen, doch Häufungen solcher warmen Perioden passen in das Bild der globalen Erwärmung. Warme Wintertage im Dezember könnten in Zukunft häufiger auftreten. Gleichzeitig werden extreme Gegensätze wahrscheinlicher, da stärkere Schwankungen im Jetstream auftreten können. Diese Mischung aus milder Witterung und plötzlichen Kälteeinbrüchen macht den europäischen Winter unberechenbarer. Für viele Menschen wird es dadurch schwieriger, sich auf feste Wetterabläufe zu verlassen.
Ein Dezember, der in Erinnerung bleiben wird
Der aktuelle Dezember wird vielen Menschen noch lange im Gedächtnis bleiben. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen, der starke Wind und die fast schon frühlingshafte Stimmung machen diesen Advent zu etwas Besonderem. Auch wenn manche die milde Witterung genießen, fehlt anderen das typische Wintergefühl. Ob der Winter später im Januar oder Februar zurückkehrt, steht noch offen. Sicher ist jedoch, dass dieser Dezember ein gutes Beispiel dafür ist, wie abwechslungsreich und überraschend das Wetter in Mitteleuropa sein kann. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Winter doch noch seine Chance bekommt oder ob dies ein durchgehend milder Saisonverlauf wird.
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