
Wenn du entspannt zuhörst, spürst du, wie dein Herz in einem ruhigen Rhythmus schlägt. Während du dich bewegst, verändert sich dieser Puls. Es ist ganz normal, dass die Herzfrequenz beim Sport ansteigt. Das Herz passt sich den Bedürfnissen des Körpers an und bringt somit unser Wohlgefühl ins Gleichgewicht.
Im Ruhezustand schlägt das Herz eines Erwachsenen etwa sechzig bis achtzig Mal pro Minute. Bei Kindern ist der Puls meist höher, da schnell wachsende Körper mehr Sauerstoff benötigen. Bei jedem Herzschlag füllt sich das Organ mit Blut, bevor es sich zusammenzieht und das Blut durch die Organe pumpt. Dieser Prozess läuft den ganzen Tag über unbewusst ab.
Hinter diesem einfachen Vorgang steckt ein komplexes System aus elektrischen Signalen, das das Tempo der Herzschläge bestimmt. Diese Impulse sind verantwortlich für den gleichmäßigen Herzrhythmus. Geraten diese Signale aus dem Gleichgewicht, spürst du möglicherweise Herzklopfen.
Herzklopfen kann sich abrupt bemerkbar machen, indem das Herz schneller, fester oder unregelmäßig schlägt. Manche Menschen empfinden es, als ob das Herz einen Schlag auslässt. Die Wahrnehmung ist individuell: Einige merken es in der Brust, andere mehr im Hals oder Rachen.
Laut der Kardiologin Janneke Wittekoek sind Herzklopfen oft harmlos. Sie treten häufig aufgrund äußerer Reize auf, wie zum Beispiel Stress, körperlicher Anstrengung oder bestimmten Nahrungsmitteln. Auch Nikotin, Alkohol oder Koffein können das Herz beeinflussen. Selbst der Konsum von grünem Tee kann unerwartete Symptome hervorrufen, da das darin enthaltene Teein stimulierend wirkt.
Hormone spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Insbesondere in den Wechseljahren oder bei hormonellen Schwankungen sind Herzklopfen häufig. Auch Schlafmangel oder Krankheiten können das Herz empfindlicher machen. Zu den weiteren bekannten Auslösern zählen Zucker, Salz und stark gewürzte Speisen, sowie bestimmte Medikamente, wie solche gegen Asthma oder Lungenerkrankungen.

Stress ist der Hauptverursacher von Herzklopfen. In unserer stressigen Gesellschaft haben viele Menschen das Gefühl, alles gleichzeitig erledigen zu müssen. Frauen sind oft besonders betroffen, da sie Job, Familie und soziale Verpflichtungen unter einen Hut bringen wollen. Stress führt zur Freisetzung von Adrenalin, das den Puls erhöht und Unruhe im Körper auslöst.
Stress kann dazu führen, dass das Herz vorübergehend unregelmäßig schlägt oder schneller klopft. In der Regel ist das unbedenklich. Hält der Stress jedoch über längere Zeit an, kann die Situation problematisch werden. Hierbei ist nicht von Wochen, sondern von Jahren die Rede. Ein besonderes Phänomen ist das sogenannte Stressinfarkt, bei dem die Blutgefäße durch Spannungen verkrampfen, ohne dass sie blockiert sind.
Wenn du häufig unter Stress leidest und regelmäßig Herzklopfen verspürst, ist es ratsam, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet nicht, dass du in akuter Gefahr schwebst, aber dein Körper sendet Signale, die nicht ignoriert werden sollten. Mehr Ruhe, ausreichend Schlaf und Bewegung können oft schnelle Linderung bringen.
In den meisten Fällen sind Herzklopfen harmlos. Doch manchmal kann eine medizinische Ursache dahinterstecken, wie eine überaktive Schilddrüse, Bluthochdruck oder Anämie. Auch Fieber, Panikattacken oder Hyperventilation können Herzklopfen auslösen. In bestimmten Fällen handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz unregelmäßig und oft schneller schlägt.
Eine häufige Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Dieses Problem ist weit verbreitet und kann das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle erhöhen. Bei Vorhofflimmern ist die Herzfrequenz oft dauerhaft erhöht, was über gelegentliche Herzklopfen hinausgeht. Hier ist eine Behandlung und Kontrolle erforderlich.
Frauen sind von Vorhofflimmern oft stärker betroffen, bedingt durch hormonelle Unterschiede und besondere gesundheitliche Faktoren. Hoher Blutdruck und Diabetes sind zudem häufigere Begleiter, die das Risiko erhöhen.
Es ist wichtig, auf dein Körpergefühl zu hören. Kontaktiere deinen Hausarzt, wenn Herzklopfen neu auftreten und nicht nach Ruhepausen verschwinden. Bei plötzlicher, schneller oder unregelmäßiger Herzfrequenz ist ein Arztbesuch ebenfalls empfehlenswert, vor allem, wenn die Beschwerden zunehmen.
Zusätzliche Warnzeichen sind Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen. Auch stark ausgeprägte Angstzustände können Gründe sein, Hilfe zu suchen. Fühlst du dich regelmäßig unwohl, ohne eine klare Ursache ermitteln zu können, sollte dies überprüft werden. Ein Arzt kann dein Herz abhören und gegebenenfalls weitere Untersuchungen anordnen. Ist das Herz in einem ruhigen Zustand, kannst du beruhigt sein, das ist oft ein gutes Zeichen.
Es gibt viele Maßnahmen, die du selbst ergreifen kannst, um das Herz zu stärken. Ausreichend Schlaf ist entscheidend, versuche sieben bis neun Stunden jede Nacht zu erreichen. Bewegung ist ebenso wichtig, dabei muss es nicht intensiv sein. Spaziergänge, Radfahren oder kurze Workouts sind ideal. Regelmäßigkeit ist hier entscheidender als Intensität.
Eine gesunde Ernährung ist ebenso wichtig. Vermeide stark verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und Koffein. Setze stattdessen auf frisches Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte. Achte auch auf “Stressessen”. Bei Heißhunger durch Anspannung, greife lieber zu gesunden Snacks oder suche Ablenkung. Ein Spaziergang oder ein Gespräch können oft helfen.
Herzklopfen können beängstigend sein, sind jedoch meist ein Zeichen deines Körpers, das Tempo zu drosseln. Dein Herz sollte nicht ignoriert werden. Wenn die Symptome zu stark werden, scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten. Das ist keine Schwäche, sondern ein klares Zeichen von Verantwortungsbewusstsein für deine Gesundheit.
Indem du auf Ruhe, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung achtest, gibst du deinem Herzen die beste Pflege. In vielen Fällen verschwinden Herzklopfen von selbst und du kannst wieder durchatmen.
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