
Stress ist ein Begriff, den viele Menschen verwenden, um ihre täglichen Sorgen und Probleme zu beschreiben. Allerdings ist es wichtig, Stress als Reaktion auf konkrete Probleme zu verstehen. Laut Judith S. Beck vom Beck Institute for Cognitive Behavior Therapy entsteht Stress oft durch eine klare Situation. Ob deadlines bei der Arbeit oder Konflikte im Privatleben, der Stress entsteht durch einen äußeren Druck, der gelöst werden kann. Sobald diese Situation vorüber ist, fühlst du dich in der Regel auch wieder entspannter.
Stress ist häufig an einer bestimmten Quelle erkennbar. Wenn du das Gefühl hast, dass alles gleichzeitig auf dich einprasselt, kann dies zu einer Überlastung führen. Du könntest gereizt oder niedergeschlagen sein, und körperliche Symptome wie Herzklopfen oder Muskelverspannungen können auftreten. Viele Menschen erleben Stress in Form von nervösem Magen oder Anspannung. Wenn du plötzlich viele Aufgaben hast, reagiert dein Körper mit einem Anstieg der Stresshormone, um dir zu helfen, die Herausforderungen zu bewältigen.
Ein großer Vorteil von Stress ist, dass er in der Regel vorübergehend ist. Du findest oft Erleichterung, wenn du eine wichtige Aufgabe erfolgreich abgeschlossen hast. Diese vorübergehende Natur von Stress macht ihn, im Gegensatz zu Angst, relativ leichter handhabbar. Der Schlüssel liegt darin, Stress frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handeln, um die plötzliche Belastung zu bewältigen.
Angst hingegen fühlt sich häufig ganz anders an und bleibt oft hartnäckig. Sie kann ohne ersichtlichen Grund auftauchen. Angst führt dazu, dass du dich ständig besorgt fühlst, selbst wenn nicht direkt eine Bedrohung vorliegt. Laut Beck kann langfristiger Stress dazu führen, dass sich Angstgefühle entwickeln, wenn du keine gesunden Bewältigungsmechanismen hast und sich deine Emotionen stauen. Es kann schwierig sein, der Angst zu entkommen, sobald sie sich festgesetzt hat.
Das Nervensystem bleibt in einem ständigen Alarmzustand, wenn Angst vorherrscht. Dein Herz schlägt schneller, die Atmung wird flacher, und deine Muskeln sind angespannt. Diese anhaltenden körperlichen Reaktionen sind verbunden mit einem erhöhten Adrenalinspiegel, was einen Zustand der ständigen Bereitschaft für Kampf oder Flucht hervorruft, selbst wenn kein wirkliches Risiko besteht. Das kann extrem erschöpfend sein und dich sowohl geistig als auch körperlich beanspruchen.
Wenn sowohl Stress als auch Angst auftreten, ist es wichtig zu verstehen, was in deinem Körper geschieht. Das bekannte “Fight-or-Flight”-Mechanismus aktiviert sich in beiden Fällen, aber während Stress normalerweise flüchtig ist, bleibt das Alarmsystem bei Angst oft aktiv. Dies kann zu Erschöpfung und einem Gefühl der ständigen Überforderung führen.

Der erste Schritt im Umgang mit Stress oder Angst ist das Erkennen und Benennen deiner Gefühle. Sag klar und deutlich: “Ich fühle mich gestresst” oder “Ich fühle mich ängstlich.” Indem du die Herausforderung benennst, bekommst du mehr Klarheit über die Ursachen und kannst gezielte Maßnahmen planen, um sie zu bewältigen. Denn je besser du verstehst, was dich belastet, desto leichter wird es, Lösungen zu finden.
Im Falle von Stress empfiehlt es sich, die Belastung direkt anzugehen. Wenn du beispielsweise nervös vor einer Präsentation bist, bereite dich besser vor oder beginne frühzeitig. Zerlege große Aufgaben in kleinere Schritte, um sie überschaubarer zu gestalten. Kurze Spaziergänge können auch helfen, um den Kopf freizubekommen, und der Austausch mit Freunden oder Kollegen über deine Gefühle ist ebenfalls wertvoll. Sei nicht scheu, auch mal “Nein” zu sagen, wenn du merkst, dass du überfordert bist.
Wenn es um Angst geht, liegt der Fokus auf der Beruhigung deines Körpers. Atemübungen helfen enorm. Mindfulness-Techniken oder körperliche Aktivitäten sind ebenfalls bewährte Methoden. Eine geregelte Tagesstruktur, wie zum Beispiel zur gleichen Zeit aufzustehen und rechtzeitig ins Bett zu gehen, kann einen großen Unterschied machen. Reduziere auch den Konsum von Koffein und sozialen Medien, da diese zusätzliche Reize verursachen, die du nicht benötigst.
Ohne Frage sollten wir auf unsere Körper hören und uns nicht scheuen, Unterstützung zu suchen. Wenn deine eigenen Strategien nicht ausreichen, dann könnte Therapie eine wertvolle Hilfe sein. Ein ausgebildeter Therapeut kann dir nicht nur neue Bewältigungstechniken vermitteln, sondern auch helfen, alte Verhaltensmuster zu ändern. Du wirst lernen, anders auf herausfordernde Situationen zu blicken, was für dein emotionales Wohlbefinden entscheidend ist.
Sowohl Stress als auch Angst sind wichtige Signale, die dir helfen, auf dein Wohlbefinden zu achten. Sie erfordern Aufmerksamkeit und eine proaktive Herangehensweise. Egal ob du mit ständigen Stresssituationen zu kämpfen hast oder mit langanhaltenden Angstgefühlen, es ist wichtig, aktiv zu werden. Je insichtiger du die Signale deines Körpers erkennst, desto besser kannst du dein inneres Gleichgewicht wiederherstellen und dir den Frieden gönnen, den du verdient hast.
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