
Hunde verwenden ihren Geruchssinn, um die Welt um sich herum wahrzunehmen. Während wir Menschen auf Augen und Ohren angewiesen sind, ist der Geruchssinn des Hundes überragend. Mit etwa 220 Millionen Geruchsrezeptoren – zum Vergleich: Menschen haben nur etwa fünf Millionen – können Hunde selbst die feinsten Gerüche detektieren und analysieren.
Instinktiv ziehen Hunde starke Körpergerüche an, besonders die aus den Schweißdrüsen. Der Bereich um das Kreuz eines Menschen enthält apokrine Schweißdrüsen, die spezielle Duftstoffe produzieren. Für Hunde fungiert dies als eine Art „Duftausweis“. Diese Informationen helfen ihnen dabei, den emotionalen Zustand, hormonelle Veränderungen und sogar den Gesundheitszustand des Menschen zu erfassen.
Das Schnüffeln in diesen Bereichen ist bei Hunden also vollkommen normal. Es ist ihre Art, uns besser kennenzulernen – eine duftende Vorstellung, könnte man sagen. Besonders bei größeren Hunden ist die Höhe entscheidend; ihre Schnauze befindet sich oft genau in Kreuzhöhe, was das Verhalten erklärt.
Trotz der Normalität dieses Verhaltens tritt bei Menschen häufig Scham oder Unbehagen auf. Glücklicherweise gibt es aber Möglichkeiten, dieses Verhalten freundlich zu lenken, ohne den Hund zu bestrafen. Doch aggresiv zu reagieren verunsichert den Hund und hilft selten. Stattdessen sind positive Trainingsmethoden effektiver und stärken die Bindung zwischen Mensch und Hund.
Eine einfache Methode besteht darin, dem Hund beizubringen, bei der Ankunft von Besuchern sofort an einen bestimmten Platz zu gehen. So wird der Hund daran gewöhnt, nicht in den persönlichen Raum anderer zu dringen. Belohne ihn, wenn er ruhig sitzen bleibt, und etabliere dieses Verhalten als Routine. Auf diese Weise lernt dein Hund, dass höfliches Verhalten belohnt wird.
Eine weitere praktische Lösung sind ablenkende Spielzeuge, wie eine Schnüffelmatte oder ein Futterpuzzle. Diese Gegenstände geben deinem Hund die Möglichkeit, seinen natürlichen Drang zu schnüffeln auszuleben, ohne auf die intimen Bereiche der Menschen zu fokussieren. Indem du ihm alternative Möglichkeiten bietest, kann er dennoch Informationen über Gerüche sammeln, aber auf angemessene Art und Weise.

Wenn du kreativ bist, kannst du deinem Hund auch eine andere Begrüßungsform beibringen, wie „Pfote geben“ oder sogar „High Five“. Dies lenkt nicht nur von unerwünschtem Verhalten ab, sondern macht den Begrüßungsmoment auch für deine Gäste angenehmer.
Eine wichtige Erkenntnis hierbei ist, dass dein Hund dich nicht in Verlegenheit bringen möchte. Sein Verhalten ist instinktiv und keineswegs unhöflich. Es ist seine Art, Kontakt zu knüpfen und Informationen über seine Umgebung und die Menschen darin zu sammeln. Genau wie Menschen gibt es auch unter Hunden verschiedene Grade an Neugier.
Einige Hunderassen, wie Beagles, Labradore und Bluthunde, sind von Natur aus besonders neugierig. Sie wurden gezüchtet, um sensibel auf Gerüche zu reagieren und zeigen daher häufig ein intensiveres Schnüffelverhalten. Auch der Charakter deines Hundes spielt eine Rolle. Neugierige oder gesellige Hunde sind eher dazu geneigt, mehr zu schnüffeln als schüchterne oder ängstliche Tiere.
Falls dein Hund dieses Verhalten extrem oft oder intensiv zeigt, kann es ratsam sein, genauer hinzusehen. Manchmal kann exzessives Schnüffeln kleine Veränderungen bei einer Person anzeigen, wie Hormonwechsel, Stress oder sogar gesundheitliche Probleme. Hunde haben ein bemerkenswertes Gespür, um solche Signale zu erkennen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Schnüffeln am Kreuz für Hunde lediglich eine Möglichkeit ist, mehr über dich zu erfahren. Du musst dich dafür nicht schämen, aber du kannst das Verhalten sanft umleiten. Mit positiver Verstärkung, Ablenkung und Angeboten zu Alternativen gibst du deinem Hund die Möglichkeit, sich sozial zu verhalten, ohne unangenehm für andere zu sein.
So bleibt die Atmosphäre beim Besuch entspannt – für dich, deinen Hund und deine Gäste, ohne peinliche Schnüffelmomente.
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