
Eines der größten Vorteile, die Hersteller und Nutzer immer wieder anpriesen, ist der geringe Ölbedarf. Anstatt deine Pommes in eine Frittierfett-Lösung zu tauchen, nutzt eine Airfryer heiße Luft, um das knusprige Resultat zu erzielen. Dies bedeutet theoretisch weniger Kalorien und weniger Transfette. Laut Diätologin Marije Bos ist das teilweise korrekt: „Im Vergleich zu einer traditionellen Fritteuse ist die Airfryer zweifellos ein Fortschritt. Du nimmst weniger Fett auf, was langfristig zu einer gesünderen Ernährung beitragen kann.“
Dennoch warnt sie vor einer bekannten Falle: „Menschen glauben oft, dass alles, was aus der Airfryer kommt, automatisch gesund ist. Wenn du täglich tiefgefrorene Kroketten oder Frikadellen zubereitest, wird das gesundheitlich kaum einen Unterschied machen.“ Wie sieht es also mit den Zahlen aus? Weniger Fett, aber nicht immer weniger ungesund.
Eine typische Portion Pommes aus der Fritteuse enthält durchschnittlich zwischen 400 und 500 Kalorien pro 150 Gramm. Wenn du genau die gleiche Menge Pommes in der Airfryer ohne Öl zubereitest, sinkt der Kaloriengehalt auf etwa 280 bis 350 Kalorien. Eine erhebliche Einsparung, insbesondere wenn Pommes regelmäßig auf deinem Speiseplan stehen. Auch der Gehalt an gesättigten Fetten ist niedriger, was zur Senkung des LDL-Cholesterins, des „schlechten“ Cholesterins, beitragen kann.
Aber hier gibt es einen „aber“, erklärt Ernährungsexpertin Elif Demir: „Viele Menschen werfen dieselbe Portion Bitterballen oder Pommes in die Airfryer, die sie auch anders frittieren würden. Und weil es weniger fettig erscheint, essen sie oft mehr. Das kompensiert einen Teil der gesundheitlichen Vorteile.“
Es kommt also auf die Wahl an: Was du da hineintust, zählt ebenfalls. Die Airfryer entscheidet natürlich nicht selbst, was du hineingibst. Du kannst sie für fertige Snacks aus dem Supermarkt wie Käse-Soufflés, Kroketten oder Frikadellen nutzen. Alternativ kannst du sie verwenden, um Gemüse, Fisch, Hühnchen oder sogar gebackene Äpfel zuzubereiten. Diätologen empfehlen besonders Letzteres. „Wenn du die Airfryer nutzt, um beispielsweise Blumenkohlröschen mit ein paar Gewürzen und einem Spritzer Öl zu rösten, machst du alles richtig“, sagt Marije.
„Du nimmst nicht nur weniger Fett zu dir, sondern erhöhst auch deinen Gemüseanteil. Das ist ein doppelter Gewinn.“ Dennoch ist es laut ihr auch nicht notwendig, alles auf die klassische Weise zu meiden. „Eine Portion Pommes hin und wieder ist in Ordnung. Wenn du sie dann in der Airfryer zubereitest, hast du zumindest schon die Hälfte des Fettes eingespart. Das ist eine clevere Wahl.“
Ist die Airfryer also gesünder als Kochen oder Dampfen? Hier wird es interessant: Obwohl die Airfryer oft gesünder ist als Frittieren, ist sie nicht unbedingt besser als Kochen, Dampfen oder Grillen. „Durch Dampfen oder Kochen erhält man oft mehr Nährstoffe, besonders bei Gemüse“, erklärt Elif. „Die Airfryer arbeitet mit heißer Luft, wodurch einige hitzeempfindliche Vitamine, wie Vitamin C, teilweise verloren gehen können.“ Dem steht jedoch gegenüber, dass die Airfryer gut geeignet ist für Menschen, die normalerweise viel Fett beim Braten verwenden. „Wenn du Hühnchenbrust normalerweise in einer Ölmenge brätst und sie nun in der Airfryer mit etwas Marinade zubereitest, bist du definitiv gesünder unterwegs“, fügt Elif hinzu.
Gibt es auch Nachteile einer Airfryer? Obwohl die meisten Nutzer begeistert sind, gibt es laut Experten auch einige Vorbehalte. So wird über die Bildung von Acrylamid diskutiert – einer Substanz, die bei hohen Temperaturen, insbesondere in stärkehaltigen Produkten wie Kartoffeln, entsteht. „Wenn du Pommes zu dunkel bäckst, egal ob in der Backofen oder in der Airfryer, können schädliche Stoffe entstehen“, sagt Marije. „Deshalb ist es wichtig, deine Snacks nicht zu lange oder zu heiß zuzubereiten. Viele moderne Airfryer zeigen auch an, wenn etwas zu braun wird, das ist nicht umsonst.“
Außerdem spielt der Komfort der Airfryer eine Rolle. Das Gerät macht es so einfach, etwas schnell zuzubereiten, dass du eher geneigt bist, eine gefrorene Snackportion zu nehmen als sonst. „Das solltest du im Hinterkopf behalten“, sagt Elif. „Bequemlichkeit ist schön, aber du musst auch weiterhin bewusst wählen.“
Fazit: Gesünder, aber kein Wundermittel. Die Airfryer ist definitiv eine gesündere Wahl als die traditionelle Fritteuse. Du verwendest weniger Fett, bekommst weniger Kalorien und vermeidest Transfette, die beim Frittieren in Öl entstehen können. Aber es ist kein magisches Gerät, das jeden Snack sofort zu einer gesunden Mahlzeit macht. Was du hineinlegst, wie oft du es benutzt und ob du daneben noch Gemüse und nährstoffreiche Zutaten isst, bestimmt letztendlich, ob du tatsächlich gesünder lebst. Wie Ernährungsexperten zusammenfassen: „Es ist ein praktisches Hilfsmittel, mit dem du klug umgehen musst.“ Du kannst also gesünder essen mit einer Airfryer – solange du deinen gesunden Menschenverstand weiterhin nutzt.
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